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NEWSLETTER August 2006 |
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| Liebe Ecuador-Freunde,
in unserem Top Thema wollen wir Ihnen heute einen ganz besonderen Ecuadorianer vorstellen: den Bergsteiger Iván Vallejo, der auf dem besten Weg ist, sich zu den paar Bergsteigern weltweit zu gesellen, die alle 14 8000er der Welt bestiegen haben – und das ohne Sauerstoff! Ebenso wie Vallejo werden auch die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft in Ecuador nach ihrem triumphalen Einzug in’s WM-Achtelfinale als Helden angesehen. Wir haben die Gelegenheit genutzt, Vallejo bei einem kurzen Aufenthalt in Quito nach seinen Beweggründen für das Projekt „Desafío 14“ (Herausforderung 14) zu fragen und auch über seine Beziehung zum Fußball. Außerdem können Sie (wie in unserem Juli-Newsletter angekündigt) mehr über die „Terra Preta“ erfahren, und zwar nicht nur bezogen auf Ecuador, sondern auch auf Peru und Bolivien. Da diese drei Andenländer auch kulturell einiges gemeinsam haben, werden wir zukünftig öfter länderübergreifende Nachrichten veröffentlichen, und würden uns freuen, wenn diese Ihr Interesse fänden. Sollten Sie für nächstes Jahr eine Reise nach Ecuador planen, dürfen Sie sich die Feierlichkeiten des Inti Raymi Ende Juni nicht entgehen lassen. Und auch die Hafenstadt Guayaquil ist nach ihrem umfassenden Stadterneuerungsprogramm der letzten Jahre einen Besuch wert - mehr hierzu finden Sie in unseren Regionen-Artikeln. Eine weitere Besonderheit ist in diesem Monat unser Reisebericht: die Schweizerin Anita Heeb hat uns freundlicherweise einige ihrer Skizzen zur Verfügung gestellt, die sie während ihres Ecuador-Urlaubes angefertigt hat. Vielen Dank noch einmal dafür. Wir wünschen Ihnen einen spannende Lektüre und herzliche Grüße
aus Quito, | |||||||
Erfolge, Träume, Visionen – die sportlichen Spitzenleistungen Ecuadors Ecuador als Land der sportlichen Erfolge – dazu
hat besonders die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft 2006 beigetragen.
Aber auch der Bergsteiger Iván Vallejo ist mit seinem Projekt „Desafío
14 – Ecuador en la cima del mundo“ (zu deutsch: „Die 14er
Herausforderung – Ecuador auf dem Gipfel der Welt“) einer der
bekanntesten Sportler des Andenlandes. 12 der 14 Achttausender Gipfel, allesamt in den Gebirgen Himalaya und Karakorum, in den Ländern Nepal, China, Indien und Pakistan gelegen, hat er schon bestiegen. Nur 13 Bergsteiger weltweit haben diese Herausforderung bisher bezwungen, darunter nur fünf ohne zusätzlichen Sauerstoff. Auch Iván Vallejo gehört zu den konsequenten Verweigerern: „Sin Oxígeno“ ist sein Motto. Ihm fehlen nun nur noch zwei Gipfel, um auch zu dieser Liste zu gehören – als erster Südamerikaner wird er als Nummer 14 die 14 Achttausender bestiegen haben. Wir konnten Iván Vallejo zu einem Gespräch über Erfolge, Träume und Visionen, über Fußball und Berge und die WM in Deutschland, bei der er live mit dabei war, gewinnen. Herr Vallejo, würden Sie sich als Fußballfan bezeichnen?
Haben Sie sich „zu Gast bei Freunden“, wie ja das Motto
der WM war, gefühlt? Man könnte ja denken, dass es kaum unterschiedlichere Sportarten
als Fußball und Bergsteigen gibt: der Fußball ist ein Mannschaftssport,
der von der Öffentlichkeit und vom Publikum lebt, während ein
Bergsteiger nur in einer kleinen Gruppe in der Einsamkeit der Berge unterwegs
ist. Sehen Sie trotzdem einen Zusammenhang zwischen diesen so unterschiedlichen
Sportarten?
Sie als Bergsteiger können davon sicher ein eigenes Lied singen,
wie man mit diesen Situationen umgeht. Der Trainer der ecuadorianischen Nationalmannschaft, Luis Suarez,
hatte vor dem Spiel gegen Costa Rica angekündigt, eine „patriotische
Tat“ zu vollbringen. Haben Sie ähnliche Ambitionen, wenn Sie
einen Berg besteigen? Patriotische Gedanken? Schließlich nennen
Sie Ihr Projekt auch „Ecuador (und nicht Iván Vallejo) auf
dem Gipfel der Welt“.
Wir danken Herrn Vallejo für das interessante Gespräch und
wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei „Desafío 14“
und eine entspannende Zeit danach.
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Explosion des Vulkan Tungurahua
Nach einigen Tagen mit geringererAktivität des Tungurahua hat diese am letzten Wochenende wieder zugenommen. Zur Zeit ist nciht absehbar, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickeln wird. Die Bewohner einiger der betroffenen Dörfer konnten aber schon wieder in ihre Häuser zurückgekehrt, um diese von der Asche zu befreien; für andere Bewohner wird jedoch mit Hilfe des Staates und Spendengeldern nach einem neuen Ansiedlungsplatz für ihre Dörfer gesucht. In der Umgebung des 5.029 Meter hohen Vulkanes, der sich 135 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito befindet, leben mehr als 25.000 Menschen. Erste internationale Buchmesse in Guayaquil Zehn Tage drehte sich in Guayaquil im Mercado Sur alles um das Buch. Mehr als 120 000 Besucher erschienen zu den 130 Veranstaltungen. Besonders gut besucht war das Publikumsgespräch mit dem peruanischen Schriftsteller und Journalisten Jaime Bayly (Autor von „La mujer de mi hermano“, in Deutschland bekannt unter dem Titel „Die Frau meines Bruders“), zu dem mehr als 2000 Besucher kamen. Zwei bekannte ecuadorianische Autoren präsentierten ihre Neuerscheinungen: Wilfredo Corral stellte sein Buch „El error del acierto“, das von Literaturkritik handelt, vor. Der in Spanien lebende, aus Guayaquil stammende Leonardo Valencia gilt als einer der besten zeitgenössischen Erzähler Ecuadors und präsentierte das Buch „El libro flotante de Caytran Dölphin“.
Leider kamen von den eingeplanten internationalen Autoren schlussendlich nur wenige: neben Jaime Bayly waren Raúl Justiniano, Santiago Roncagliolo und Jaime Lopera, der kolumbianische Autor des Bestsellers „La culpa es de la vaca“ anwesend. Ursprünglich eingeplante Berühmtheiten der internationalen Literaturszene wie der Kolumbianer Jorge Franco („Rosario Tijeras“, zu deutsch „Die Scherenfrau“) oder der Chilene Antonio Skármeta („Ardiente paciencia“, zu deutsch: „Mit brennender Geduld“, bekannt geworden durch die Verfilmung „Il Postino“ von Michael Radford), blieben leider aus. Dies wurde bedauert, weil die Messe somit ihrem Etikett „international“ nicht wirklich gerecht wurde. Als Erfolg begrüßten die Organisatoren jedoch, das Interesse der Bevölkerung am Lesen und an den Büchern geweckt zu haben. Und glücklicherweise konnte Skármeta seinen Besuch in Guayaquil nachholen: Er fand sich am 26. Juli dort ein, um der Öffentlichkeit von seinen Erfahrungen in der Literatur- und Filmbranche zu berichten. Globalisierungskritiker Stiglitz zu Besuch in Ecuador Joseph E. Stiglitz, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaft, besuchte im Juli bereits zum wiederholten Male Ecuador. Er gilt seit langem als Kenner Ecuadors in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht: Die Bankenkrise Ende der 90er Jahre, der Prozess der Dollarisierung und der wiederholte Regierungswechsel der letzten Jahre gehören zu seinen Interessensgebieten. Nun beschäftigen ihn die immer noch andauernden und viel umstrittenen Verhandlungen um ein mögliches Freihandelsabkommen mit den USA (Tratado de Libre Comercio, kurz TLC). Als Globalisierungskritiker warnte er vor solch einem Vertrag und bezeichnete die Verheißungen, die sich die Befürworter davon erwarten, als Träume. Es gäbe keine Anzeichen dafür, dass Entwicklungsländer von solchen Abkommen profitieren könnten.
Während seines Aufenthaltes in Quito hatte Stiglitz einen strengen Zeitplan: von früh bis spät standen Treffen mit wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft auf seiner Agenda. Trotz aller Anstrengungen schien er sehr zufrieden, weil eines seiner Anliegen ist, die Menschen zu informieren. So sucht er denn auch das Gespräch mit Studenten. Neben den offiziellen Terminen konnte er aber auch einen Ausflug in den Regenwald unternehmen, wo sie das Napo Wildlife Center besuchten. Mit Freude wurde die Äußerung seiner Frau über die Hauptstadt Quito als eines ihrer weltweiten Top-Ziele und Nummer Eins in Südamerika aufgenommen. Als Zeichen der Anerkennung bekam das Ehepaar vom Präsidenten Alfredo Palacio den Stadtschlüssel ausgehändigt. Galápagos ist laut UNESCO kein bedrohtes Welterbe
Am 24.07.2006 hat die ecuadorianische Fluggesellschaft Aerogal eine neue
Route in ihr Programm aufgenommen: Sie verbindet nun Quito mit der kolumbianischen
Hauptstadt Bogotá. Damit wird Aerogal erstmals im internationalen
Flugverkehr tätig. | |||||||
Während die Kinder des Hochlandes die Ferien genießen, ist an
der Küste immer noch Schulbankdrücken angesagt. Aber nicht nur
für gestresste Hochländer, sondern für alle, die die Hafenmetropole
Guayaquil entdecken möchten und dabei eine erstklassige Unterkunft
suchen, ist das
Special des Unipark Hotel genau richtig: Ein ausgewogenes Programm, das gleichermaßen
Entspannung und Vergnügen im Herzen Guayaquils beinhaltet. Das Angebot
des Unipark Hotel ist gültig bis zum 31.08.2006. | |||||||
REGENWALD: Terra Preta – das wahre El Dorado Als
Francisco de Orellana im Jahre 1542 bei seiner waghalsigen Expedition auf
der Suche nach „El Dorado“ den südamerikanischen Kontinent
entlang des Amazonas durchquerte (unser Top
Thema im Juli-Newsletter), berichteten er und seine Männer von
indianischen Hochkulturen mit blühenden und befestigten Städten
inmitten des Regenwaldes. Die „goldene Stadt“ hatten sie zwar
nicht gefunden, doch waren die Europäer von der dort angetroffenen
Zivilisation - ähnlich jener der Inka - fasziniert. Sie schätzten
die Zahl der Einwohner auf mehr als zehn Millionen. Jesuiten-Missionare,
die ein Jahrhundert später in das besagte Gebiet vordrangen, fanden
aber lediglich primitive Jäger- und Nomadenvölker vor. Orellanas
Berichte wurden als Lüge abgetan - es wurde als unmöglich angesehen,
dass der nährstoffarme Regenwaldboden den Nahrungsbedarf großer
Zivilisationen abzudecken vermochte und dass die dortigen Völker somit
ihrer Nomadenexistenz entfliehen konnten. Der Mythos der großen Urwald-Zivilisation
geriet in Vergessenheit.
Seit einigen Jahren allerdings bestätigen Wissenschaftler, dass
Orellanas Behauptungen viel wahrer als bisher angenommen sein könnten
– Grund dazu liefert die Entdeckung der geheimnisvollen „Terra
Preta“: die Bezeichnung ist portugiesisch und bedeutet zu deutsch
„schwarze Erde“ - eine Mischung aus Holzkohle, Dung, Kompost
und anderen Substanzen. Diese wurde unter anderem genau dort gefunden,
wo Orellana auf die Urwaldzivilisationen getroffen sein soll. Heute können
Vorkommen besonders entlang der großen Flussströme im ecuadorianischen,
peruanischen (auch peruline
berichtet diesen Monat über das Thema), bolivianischen und brasilianischen
Regenwald nachgewiesen werden. Der wahre Schatz, den die untergegangene Zivilisation hinterlassen hat, ist nicht das Gold, das die Eroberer zu finden hofften. Es sind in Wirklichkeit die jahrhundertealten Techniken, von denen die Menschheit heute noch lernen kann. KÜSTE: Guayaquils Schönheitsoperation Guayaquil
hatte im letzen Jahrhundert den Ruf als eines der gefährlichsten Pflaster
an der ecuadorianischen Küste – die „Ciudad Abandonada“ (= verwahrloste
Stadt) war bekannt für seine Müllberge, seine Slumgürtel
und seine Epidemiewellen. Die in der Kolonialzeit einst als „Perle des Pazifiks“
bekannte Hafenstadt verkam ab Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der ungebremsten
Zuwanderung aus den verarmten Landregionen innerhalb kürzester Zeit
zu einem riesigen Ballungsraum aus Wellblechhütten inmitten tropischer
Hitze. Diese Situation änderte sich jedoch schlagartig mit dem von
Bürgermeister León Febres Cordero im Jahr 1992 ins Leben gerufene
Stadterneuerungsprogramm: verfallene Viertel wurden gesäubert, Kolonialbauten
restauriert und der kaputte Asphalt der Straßen durch ansprechendes
Kopfsteinpflaster ersetzt. Über einige Jahre hinweg mussten die Guayaquileños
im Zentrum Ruß und Staub in der stehend-schwülen Küstenhitze
ertragen, durch welche der ohrenbetäubende Lärm von Presslufthämmern
und Baufahrzeugen dröhnte. Das war der Preis für das von ihren
Politikern als „umfassendstes Stadterneuerungsprogramm ganz Lateinamerikas“
gepriesene Projekt. Das Herzstück des ambitionierten Programms war die 80 Millionen US-Dollar teure Neugestaltung der heruntergekommenen Uferpromenade des Flusses Guayas entlang des Stadtzentrums: die Malecón 2000. Innerhalb von zwei Jahren wurde ein neues Wahrzeichen der Stadt geschaffen - eine um 20 Meter verbreiterte Promenade, welche in ihrer futuristischen Architektur unzählige Parks, Geschäfte, Restaurants, Museen und Kunstwerke beherbergt. Heute können dort an einem durchschnittlichen Wochenend-Tag bis zur 130.000 Besucher verzeichnet werden. Teilweise
finanziert wurde das Projekt von der Stiftung „Fundación Malecón
2000“, welche der (inzwischen damalige) Bürgermeister Cordero zum Zweck
der Verbesserung des Stadtbildes und der Lebensqualität der Bürger
ins Leben rief. Auf einer riesigen Glasskulptur inmitten der Malecón
2000 sind die Namen der unzähligen freiwilligen Spender verewigt. Ein
weiteres Kernstück des Programms war die Sanierung des Armenviertels
„Las Peñas“: das damalige Künstler- und Gründerviertel
der Stadt verkam im 20. Jahrhundert zu einem gefährlichen Armenviertel,
das selbst die Stadtbewohner mieden. Dank einer Investition von 3 Millionen
Dollar erstrahlen die bunten Kolonialhäuser heute wieder in neuem Glanz
und sind für Einheimische sowie Touristen Tag und Nacht ohne Sicherheitsrisiko
zugänglich. Entlang den 400 Stufen aufwärts des Hügels „Santa
Ana“ reihen sich Cafés, Restaurants und Kunstgalerien. Auf der Spitze
des Hügels erwartet den Besucher vom restaurierten Leuchtturm aus ein
einmaliger Ausblick über die moderne Skyline der Millionenmetropole.
Kanonen und eine kleine Kapelle erinnern hingegen an die alten Tage, als
Piratenschiffe noch eine Bedrohung für die Hafenstadt darstellten.
Guayaquil hat sich in den letzten Jahren zu einer empfehlenswerten Station für jede Ecuador-Rundreise gemausert und bietet mit seiner modernen Architektur einen interessanten Kontrast zum restlichen Teil des Landes. Für jeden, der in der pulsierenden Küstenmetropole das „neue“ Ecuador kennen lernen möchte, empfehlen wir unsere traditionsreichen Partner Hotel Hilton Colón, Unipark Hotel sowie das Hotel Oro Verde. HOCHLAND: Alljährliches Inti Raymi Das
traditionelle Sonnenfest „Inti Raymi“ der Inka ist wohl so manchem Peru-Reisenden
ein Begriff. Dass das Fest Ende Juni auch in Ecuador, was ja ebenfalls Teil
des damaligen Inka-Imperiums war, gefeiert wird, ist vielleicht nicht jedermann
bekannt. Mit dem Inti Raymi wurde bei den Inka das neue Sonnenjahr begrüßt,
welches mit der Wintersonnwende in der südlichen Hemisphäre begann.
Der Sonnengott „Inti“ soll hierbei mit bunten Ritualen gütig gestimmt
werden, um die zu diesem Zeitpunkt entfernte Sonne wieder zurückzubringen.
Die Feierlichkeiten in Ecuador haben teilweise ganz eigene Formen angenommen, wobei hier besonders die Traditionen der indigenen Kichwa in der Region Imbabura bekannt sind. Bei ihnen dreht sich alles um die fünf heiligen Elemente: dem Inty Yaya (Sonnengott), der Pachamama (Mutter Erde), der Quillamama (Mond), dem Sumaj Yacu (das reine Wasser) und der Waira (Luft). Die zentrale Figur beim ecuadorianischen Inti Raymi ist der „Aya Huma“ – er repräsentiert diese Energien der Naturen in Form eines maskierten Kriegers mit zwei Gesichtern: diese symbolisieren die Bewegung und Rotation der Erde, wobei jede Seite zur auf- und zur untergehenden Sonne schaut. Zwölf Schlangen sind seine Haarpracht. Jedes Jahr findet das Fest Ende Juni über mehrere Tage hinweg statt, wobei verschiedene Zeremonien unterschieden werden können. Die Festlichkeiten beginnen mit dem Armay Tuta, dem rituellen Bad im Fluss zur Läuterung. Beim Tushukkuna hingegen wird gefeiert und getanzt – dies ist die Demonstration der Einigkeit, wobei alle sozialen Hierarchien fallen. Der wohl wichtigste Brauch in der Region Imbabura ist aber der „Rama de Gallos“, der sogenannte „Ast der Hühner“: aneinandergereiht an einen Holzpfahl gebunden, werden Hühner der Jungfrau von Lourdes geopfert und dann gemeinschaftlich nach traditioneller Rezeptur zubereitet. Begleitet von Musik und Tanz ist dieses Festmahl der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Christliche Figuren als Bestandteil der Inti-Raymi-Zeremonie spiegeln wider, wie stark die indigene Kultur im Laufe der Jahrhunderte durch die Europäer beeinflusst wurde.
Teilweise haben sich mit der Zeit auch recht skurrile Bräuche rund um Inti Raymi entwickelt. So kämpfen zum Beispiel zum Ausklang der Feierlichkeiten jedes Jahr fünf Indigena-Gemeinden um die Besetzung des Dorfplatzes im Ort Cotacachi. Dieses Ritual entwickelt sich meistens zu einer regelrechten Straßenschlacht, wobei die in kreativen Kostümen und mit riesigen Papp-Sombreros kämpfenden Männer am Ende von der Polizei getrennt werden müssen. „Wir machen es, um uns an diesem Tag überlegen zu fühlen, um Herr unseres eigenen Landes zu sein“ erklärt einer der Teilnehmer. Diese Aussage bestätigt die Vermutung, dass der Brauch wohl im Zusammenhang mit der Unterwerfung durch die spanischen Konquistadoren stehen muss. | |||||||
Reiseimpressionen von Anita Heeb, Winterthur/Schweiz
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... dass die Terra Preta „nachwächst“, indem sie zu Boden fallendes organisches Material bindet? ... dass Iván Vallejo zu seiner ersten Bergbesteigung (dem Illiniza Norte) als 12-jähriger mangels profesioneller Ausrüstung Küchenhandschuhe, mit Zwiebeln und Tomaten bedruckt, mitnahm? ... dass sich der Name Guayaquil einer Legende nach aus dem Namen des Häuptlings Guayas der Puruhá-Indianer und seiner Frau Quill zusammensetzt? | |||||||
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Mit herzlichen Grüßen aus Quito, |