ECUADORLINE
Rindermarkt 4
D-94032 Passau
Tel. +49 (0851) 756 56 44
Fax. +49 (0851) 756 56 51


e-mail: callcenter@ecuadorline.de

ecuadorline logo

ECUADORLINE
Flores Jijón E17-59 y Sotomayor
Bellavista
Quito - Ecuador
Tel./ Fax. +593 (02) 333 23 38


e-mail: info@ecuadorline.de

NEWSLETTER August 2006


Liebe Ecuador-Freunde,

in unserem Top Thema wollen wir Ihnen heute einen ganz besonderen Ecuadorianer vorstellen: den Bergsteiger Iván Vallejo, der auf dem besten Weg ist, sich zu den paar Bergsteigern weltweit zu gesellen, die alle 14 8000er der Welt bestiegen haben – und das ohne Sauerstoff! Ebenso wie Vallejo werden auch die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft in Ecuador nach ihrem triumphalen Einzug in’s WM-Achtelfinale als Helden angesehen. Wir haben die Gelegenheit genutzt, Vallejo bei einem kurzen Aufenthalt in Quito nach seinen Beweggründen für das Projekt „Desafío 14“ (Herausforderung 14) zu fragen und auch über seine Beziehung zum Fußball.

Außerdem können Sie (wie in unserem Juli-Newsletter angekündigt) mehr über die „Terra Preta“ erfahren, und zwar nicht nur bezogen auf Ecuador, sondern auch auf Peru und Bolivien. Da diese drei Andenländer auch kulturell einiges gemeinsam haben, werden wir zukünftig öfter länderübergreifende Nachrichten veröffentlichen, und würden uns freuen, wenn diese Ihr Interesse fänden. Sollten Sie für nächstes Jahr eine Reise nach Ecuador planen, dürfen Sie sich die Feierlichkeiten des Inti Raymi Ende Juni nicht entgehen lassen. Und auch die Hafenstadt Guayaquil ist nach ihrem umfassenden Stadterneuerungsprogramm der letzten Jahre einen Besuch wert - mehr hierzu finden Sie in unseren Regionen-Artikeln.

Eine weitere Besonderheit ist in diesem Monat unser Reisebericht: die Schweizerin Anita Heeb hat uns freundlicherweise einige ihrer Skizzen zur Verfügung gestellt, die sie während ihres Ecuador-Urlaubes angefertigt hat. Vielen Dank noch einmal dafür.

Wir wünschen Ihnen einen spannende Lektüre und herzliche Grüße aus Quito,
Bina Kreykenbohm
 

Unsere Themen:
Top Thema Unipark Hotel Sommerspecial
Erfolge, Träume, Visionen – die sportlichen Spitzenleistungen Ecuadors Kapawi Ecolodge – nominiert für den World Travel Award
Kurz und bündig Hilton Colón Guayaquil unter den Top Ten der Tourismusunternehmen
Explosion des Vulkan Tungurahua Regionen
Erste internationale Buchmesse in Guayaquil REGENWALD: Terra Preta – das wahre El Dorado
Globalisierungskritiker Stiglitz zu Besuch in Ecuador KÜSTE: Guayaquils Schönheitsoperation
Galápagos ist laut UNESCO kein bedrohtes Welterbe HOCHLAND: Alljährliches Inti Raymi
Aerogal fliegt jetzt auch nach Bogotá Reisenotizen
Ecuador gewinnt nicht die WM, aber an Bekanntheit Skizzen von Anita Heeb, Winterthur/Schweiz
Unsere Partner Wussten Sie, ...

TOP
 

 Top Thema

Erfolge, Träume, Visionen – die sportlichen Spitzenleistungen Ecuadors

FußballfanEcuador als Land der sportlichen Erfolge – dazu hat besonders die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft 2006 beigetragen. Aber auch der Bergsteiger Iván Vallejo ist mit seinem Projekt „Desafío 14 – Ecuador en la cima del mundo“ (zu deutsch: „Die 14er Herausforderung – Ecuador auf dem Gipfel der Welt“) einer der bekanntesten Sportler des Andenlandes.
12 der 14 Achttausender Gipfel, allesamt in den Gebirgen Himalaya und Karakorum, in den Ländern Nepal, China, Indien und Pakistan gelegen, hat er schon bestiegen. Nur 13 Bergsteiger weltweit haben diese Herausforderung bisher bezwungen, darunter nur fünf ohne zusätzlichen Sauerstoff. Auch Iván Vallejo gehört zu den konsequenten Verweigerern: „Sin Oxígeno“ ist sein Motto. Ihm fehlen nun nur noch zwei Gipfel, um auch zu dieser Liste zu gehören – als erster Südamerikaner wird er als Nummer 14 die 14 Achttausender bestiegen haben.
Wir konnten Iván Vallejo zu einem Gespräch über Erfolge, Träume und Visionen, über Fußball und Berge und die WM in Deutschland, bei der er live mit dabei war, gewinnen.

Herr Vallejo, würden Sie sich als Fußballfan bezeichnen?
Nein, ich bin kein Fußballfan im Allgemeinen – aber ich bin ein Fan der „Selección“ (ecuadorianische Nationalmannschaft – Anm. d. Red.).

Ivan VallejoSie haben die WM in Deutschland live miterlebt – sind Sie wegen „Ihrer“ Mannschaft dort hin gefahren?
In erster Linie bin ich gefahren, um die WM-Stimmung zu erleben. Ich wollte schon gerne die Tri gegen England spielen sehen, aber das hat zeitlich leider nicht geklappt. Aber die Stimmung war unglaublich, wir haben zum Beispiel das Spiel von Deutschland gegen Argentinien auf einer Großleinwand gesehen - und waren mittendrin in dieser riesigen Feier.

Haben Sie sich „zu Gast bei Freunden“, wie ja das Motto der WM war, gefühlt?
Ja, auf jeden Fall. Wenn die Leute mich gefragt haben, wo ich her bin, oder mich mit dem T-Shirt der Tri gesehen haben, dann hat man sofort ihre Zuneigung gespürt.....“Ah, wie schön, aus Ecuador... was für ein Spiel, wie schade, dass Ihr gegen England verloren habt....“ Ich hatte eine tolle Zeit und habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt – von den Menschen, mit denen wir zusammen die Spiele gesehen haben über die Souvenirverkäufer bis zu den Taxifahrern...

Man könnte ja denken, dass es kaum unterschiedlichere Sportarten als Fußball und Bergsteigen gibt: der Fußball ist ein Mannschaftssport, der von der Öffentlichkeit und vom Publikum lebt, während ein Bergsteiger nur in einer kleinen Gruppe in der Einsamkeit der Berge unterwegs ist. Sehen Sie trotzdem einen Zusammenhang zwischen diesen so unterschiedlichen Sportarten?
Ja, sicherlich. Ich denke es gibt in jedem Sport, aber auch in jedem x-beliebigen Projekt drei wichtige Gemeinsamkeiten: Erstens muss man seine Ziele ganz klar definiert haben. „WAS möchte ich erreichen?“ Im einen Fall sind es die Qualifikation oder die Pokale, in meinem Fall ist es immer ein bestimmter Berg. Der zweite Punkt ist das „WIE?“: Wie erreicht man das Finale, wie kommt man auf den Berg hoch? Dabei ist die Disziplin ausschlaggebend. Und der dritte Punkt ist die Frage, „Mit WEM zieht man das Projekt durch?“ – die Fußballer haben ihre Mannschaft, aber auch ich wähle mir meinen Begleiter aus.

NachwuchsfußballerWie haben Sie sich beim Ausscheiden der Tri gefühlt?
Natürlich tun Niederlagen weh, das ist menschlich. Und diese Niederlage tat mir besonders leid, denn ich hatte sehr große Hoffnung in das Team, auch wenn es ein starker Gegner war. Aber man darf darüber nicht lange trauern – es muss immer nach vorn gehen.

Sie als Bergsteiger können davon sicher ein eigenes Lied singen, wie man mit diesen Situationen umgeht.
Sicherlich... es gibt ja auch zwei 8000er, die ich bisher nicht geschafft habe. Das hat sehr geschmerzt – aber ich mache weiter, und so kehre ich auch ein zweites Mal zum Daulanghiri zurück und werde es wieder versuchen. Wenn man sich an dem Schmerz einer Niederlage aufhängt, dann kommt man keinen Zentimeter weiter.

Der Trainer der ecuadorianischen Nationalmannschaft, Luis Suarez, hatte vor dem Spiel gegen Costa Rica angekündigt, eine „patriotische Tat“ zu vollbringen. Haben Sie ähnliche Ambitionen, wenn Sie einen Berg besteigen? Patriotische Gedanken? Schließlich nennen Sie Ihr Projekt auch „Ecuador (und nicht Iván Vallejo) auf dem Gipfel der Welt“.
Sehen Sie, man muss hier den Unterschied zwischen dem Bergsteiger und der Mannschaft bedenken: Denn die Mannschaft ist die “Selección” (die Auswahl) des Landes. Ich dagegen bin keine Auswahl, sondern ich bin Iván Vallejo. Als ich zum ersten mal im Jahr 1999, was eines der schlimmsten Jahre für das Land war, auf den Everest gestiegen bin, war mir aber noch nicht klar, was das für eine Bedeutung für die Menschen haben kann. Natürlich habe ich die Ecuadorfahne mitgenommen, das erschien mir selbstverständlich. Aber erst bei meiner Rückkehr merkte ich, dass solch ein Erfolg in einer Zeit, in der es so viele negative Nachrichten gibt, eine unglaublich positive Wirkung hat. Der wichtigste Punkt bei meinem Projekt ist natürlich, dass ich gerne auf Berge steige. Dennoch wurde mir klar, dass es einen zusätzlichen Wert gibt: dass sich viele Menschen in solch einem langfristigen Projekt, das so viel Disziplin verlangt, wiedererkennen - und somit bin ich mir auch darüber bewusst, dass ich damit mein Land unterstütze.

Basiscamp auf dem KangenjungaEs fehlen Ihnen noch der Dhaulangiri und der Annapurna. Wie sehen Sie dem Ende des Projektes entgegen?
Wenn ich den Annapurna geschafft habe, dann werde ich erst einmal ausruhen. Das erscheint mir wirklich wichtig. Denn im Moment trainiere ich täglich, ich muss sehr auf mich achten, regelmäßig schlafen... und ich bin ein Mensch, der das Vergnügen liebt! Ich werde mal wieder einige Nächte durchmachen ... (lacht) ... und danach werde ich natürlich die Dinge tun, für die ich momentan keine Zeit hatte. Ich war seit neun Jahren nicht in den Alpen, in Bolivien und Peru... ich möchte den Südpol und den Mount McKinley kennenlernen. Es gibt viel zu tun. Natürlich werde ich das Tempo etwas herunterfahren, denn das 14er Projekt ist sehr sehr anstrengend.

Wir danken Herrn Vallejo für das interessante Gespräch und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg bei „Desafío 14“ und eine entspannende Zeit danach.
Ebenso spannend wie das Ende dieses Projektes zeichnet sich die Entwicklung des ecuadorianischen Fußballes ab: Luis Fernando Suárez hat erfreulicherweise erneut einen Vierjahresvertrag als Trainer der Nationalmannschaft unterschrieben, und als sicheres Zeichen der Anerkennung sind der Wechsel der Nationalspieler Neicer Reasco zum brasilianischen FC São Paulo und der von Edison Mendez zum holländischem PSV Eindhoven zu bewerten.

Links:
Mehr Informationen über Iván Vallejo finden Sie auf der spanischen Webseite von Iván Vallejo. Oder kontaktieren Sie uns direkt, wenn Sie weitere Fragen haben.

 TOP
 

 Kurz und bündig

Explosion des Vulkan Tungurahua

Ausbruch des Tungurahua
© AFP
Am 14. Juli ist der immer wieder aktive Vulkan Tungurahua bei Baños in eine Phase erhöhter Aktivität getreten. Seit 1999 und vermehrt in den letzten Monaten kam es zwar wiederholt zu Asche- und Gaswolkenausstößen, aber dies war der schwerste Ausbruch der letzten sieben Jahre mit dem Ausstoß pyroklastischen Materials. Die Aschewolke erreichte bis zu sechs Kilometer Höhe. In der Nacht gab es vier pyroklastische Ströme, von denen einer die Straße zwischen Baños und Riobamba erreichte, die kurzzeitig gesperrt wurde. Im Touristenort Baños, am Fuße des Tungurahua, wurde danach zwar der Ernstfall einer Evakuation geübt, aber die Bewohner konnten dank der wieder abnehmendem Aktivität des Vulkans in ihrem Ort bleiben. Die Bewohner einiger Gemeinden an der nord- und westlichen Flanke des Vulkans mussten ihre Häuser jedoch verlassen. Ascheregen ging auf über 30 Ortschaften in der unmittelbaren Nähe des Tungurahua nieder, bedeckt die Gletscher und Schneefelder des Chimborazo und des Carihuairazo und erreichte sogar die 300km entfernete Hafenstadt Guayaquil.

Nach einigen Tagen mit geringererAktivität des Tungurahua hat diese am letzten Wochenende wieder zugenommen. Zur Zeit ist nciht absehbar, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickeln wird. Die Bewohner einiger der betroffenen Dörfer konnten aber schon wieder in ihre Häuser zurückgekehrt, um diese von der Asche zu befreien; für andere Bewohner wird jedoch mit Hilfe des Staates und Spendengeldern nach einem neuen Ansiedlungsplatz für ihre Dörfer gesucht. In der Umgebung des 5.029 Meter hohen Vulkanes, der sich 135 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito befindet, leben mehr als 25.000 Menschen.

 TOP

Erste internationale Buchmesse in Guayaquil

Zehn Tage drehte sich in Guayaquil im Mercado Sur alles um das Buch. Mehr als 120 000 Besucher erschienen zu den 130 Veranstaltungen. Besonders gut besucht war das Publikumsgespräch mit dem peruanischen Schriftsteller und Journalisten Jaime Bayly (Autor von „La mujer de mi hermano“, in Deutschland bekannt unter dem Titel „Die Frau meines Bruders“), zu dem mehr als 2000 Besucher kamen. Zwei bekannte ecuadorianische Autoren präsentierten ihre Neuerscheinungen: Wilfredo Corral stellte sein Buch „El error del acierto“, das von Literaturkritik handelt, vor. Der in Spanien lebende, aus Guayaquil stammende Leonardo Valencia gilt als einer der besten zeitgenössischen Erzähler Ecuadors und präsentierte das Buch „El libro flotante de Caytran Dölphin“.

Leider kamen von den eingeplanten internationalen Autoren schlussendlich nur wenige: neben Jaime Bayly waren Raúl Justiniano, Santiago Roncagliolo und Jaime Lopera, der kolumbianische Autor des Bestsellers „La culpa es de la vaca“ anwesend. Ursprünglich eingeplante Berühmtheiten der internationalen Literaturszene wie der Kolumbianer Jorge Franco („Rosario Tijeras“, zu deutsch „Die Scherenfrau“) oder der Chilene Antonio Skármeta („Ardiente paciencia“, zu deutsch: „Mit brennender Geduld“, bekannt geworden durch die Verfilmung „Il Postino“ von Michael Radford), blieben leider aus. Dies wurde bedauert, weil die Messe somit ihrem Etikett „international“ nicht wirklich gerecht wurde. Als Erfolg begrüßten die Organisatoren jedoch, das Interesse der Bevölkerung am Lesen und an den Büchern geweckt zu haben. Und glücklicherweise konnte Skármeta seinen Besuch in Guayaquil nachholen: Er fand sich am 26. Juli dort ein, um der Öffentlichkeit von seinen Erfahrungen in der Literatur- und Filmbranche zu berichten.

 TOP

Globalisierungskritiker Stiglitz zu Besuch in Ecuador

Joseph E. Stiglitz, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaft, besuchte im Juli bereits zum wiederholten Male Ecuador. Er gilt seit langem als Kenner Ecuadors in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht: Die Bankenkrise Ende der 90er Jahre, der Prozess der Dollarisierung und der wiederholte Regierungswechsel der letzten Jahre gehören zu seinen Interessensgebieten. Nun beschäftigen ihn die immer noch andauernden und viel umstrittenen Verhandlungen um ein mögliches Freihandelsabkommen mit den USA (Tratado de Libre Comercio, kurz TLC). Als Globalisierungskritiker warnte er vor solch einem Vertrag und bezeichnete die Verheißungen, die sich die Befürworter davon erwarten, als Träume. Es gäbe keine Anzeichen dafür, dass Entwicklungsländer von solchen Abkommen profitieren könnten.

Während seines Aufenthaltes in Quito hatte Stiglitz einen strengen Zeitplan: von früh bis spät standen Treffen mit wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft auf seiner Agenda. Trotz aller Anstrengungen schien er sehr zufrieden, weil eines seiner Anliegen ist, die Menschen zu informieren. So sucht er denn auch das Gespräch mit Studenten. Neben den offiziellen Terminen konnte er aber auch einen Ausflug in den Regenwald unternehmen, wo sie das Napo Wildlife Center besuchten. Mit Freude wurde die Äußerung seiner Frau über die Hauptstadt Quito als eines ihrer weltweiten Top-Ziele und Nummer Eins in Südamerika aufgenommen. Als Zeichen der Anerkennung bekam das Ehepaar vom Präsidenten Alfredo Palacio den Stadtschlüssel ausgehändigt.

 TOP

Galápagos ist laut UNESCO kein bedrohtes Welterbe

Im Februar dieses Jahres war eine Delegation der UNESCO zu Gast auf den Galápagos-Inseln, um den Nationalpark gemäß den Kriterien der „Roten Liste der bedrohten Welterbe“ zu inspizieren. Die ecuadorianische Umweltministerin gab nun bekannt, dass die Galápagos-Inseln als „nicht gefährdetes Naturgebiet“ eingestuft worden sind und folglich auch nicht in die besagte Liste aufgenommen werden.

Die UNESCO hätte hierbei besonders die Arbeit der „Initiative Galápagos 2020“ hervorgehoben, mit welcher von der Leitung des Nationalparks strenge Richtlinien zu dessen Erhaltung geschaffen und umgesetzt wurden. Als Empfehlung verlautbarte die UNESCO einen Beitritt der Initiative zur Welt-Naturschutzorganisation IUCN. Einer der Kritikpunkte im Bericht hingegen war, dass es auf den Inseln im Bereich Tourismus sowie Siedlungsbau immer noch unzureichende Kontrollen gäbe. Weltweit gibt es zur Zeit 34 Gebiete, welche in der Roten Liste der UNESCO als bedrohtes Welterbe geführt werden.

 TOP

Aerogal fliegt jetzt auch nach Bogotá

Am 24.07.2006 hat die ecuadorianische Fluggesellschaft Aerogal eine neue Route in ihr Programm aufgenommen: Sie verbindet nun Quito mit der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Damit wird Aerogal erstmals im internationalen Flugverkehr tätig.
Auch Lima (Peru) und Caracas (Venezuela) sollen noch 2006 mit in den Flugplan aufgenommen werden. Die nur 450 Mitarbeiter große Firma hat dieses Projekt vor einem Jahr mit einer Marktstudie begonnen, die den steigenden Bedarf von Flügen nach Kolumbien und Venezuela zum Ergebnis hatte.

 TOP

Ecuador gewinnt nicht die WM, aber an Bekanntheit

Während der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft hat nicht nur die ecuadorianische Nationalmannschaft einen guten Eindruck hinterlassen – Produkte wie Blumen, die Zwergpalme oder der Panamahut sind den Deutschen nun auch als „typische Ecuadorianer“ bekannt. Grund dafür war eine klug durchdachte PR-Kampagne während der WM zur Platzierung der Tourismusmarke Ecuador. Eine Vergleichsstudie zwischen April und Juli dieses Jahres zeigt: während vor der WM das Land nur 14% der Deutschen als touristische Destination bekannt war, waren es danach gut 50%.

Mit den Umfrageergebnissen im April fand man heraus, welche Eigenschaften und Produkte die Deutschen mit Ecuador assoziierten. So waren zum Beispiel die traditionellen ecuadorianischen Panamahüte sowie der Export an Blumen nur wenig bekannt. Auch wussten die wenigsten über die genaue geographische Lage oder die naturelle und kulturelle Vielfalt des kleinen Andenstaates Bescheid. Die Wirksamkeitsstudie vom Juli zeigt nun, dass diese Missstände mit gezielten Marketingaktionen wie das Verteilen von Panamahüten oder dem „Shaman on Tour“ (wir berichteten in unserem Mai-Newsletter) erfolgreich behoben werden konnten.

 TOP
 

 Unsere Partner

Unipark Hotel Sommerspecial

Während die Kinder des Hochlandes die Ferien genießen, ist an der Küste immer noch Schulbankdrücken angesagt. Aber nicht nur für gestresste Hochländer, sondern für alle, die die Hafenmetropole Guayaquil entdecken möchten und dabei eine erstklassige Unterkunft suchen, ist das Special des Unipark Hotel genau richtig: Ein ausgewogenes Programm, das gleichermaßen Entspannung und Vergnügen im Herzen Guayaquils beinhaltet. Das Angebot des Unipark Hotel ist gültig bis zum 31.08.2006.

 TOP

Kapawi Ecolodge – nominiert für den World Travel Award

Kennen Sie schon die exklusive Dschungel-Lodge in der Nähe der peruanisch-ecuadorianischen Grenze? Sie hat aufgrund der neuen Standards, die sie für den sanften Tourismus gesetzt hat, schon mehrere Auszeichnungen bekommen. Bei den Nominierungen für den „World Travel Award“ wurde sie nun in der Kategorie „Führendes Ressort in Ecuador“ nominiert. Möchten auch Sie Ihre Stimme abgeben, dann können Sie das hier tun. Wenn Sie die Lodge, die ein Naturerlebnis und die kulturelle Begegnung mit den Achuar-Indianern verbindet, noch nicht kennen, dann helfen wir Ihnen bei Interesse gerne weiter.

 TOP

Hilton Colón Guayaquil unter den Top Ten der Tourismusunternehmen

Unser Partnerhotel Hilton Colón Guayaquil hat eine besondere Auszeichnung erfahren: Die Wochenzeitung für Wirtschaft und Handel „Líderes“ veröffentlichte ein Firmenranking, das die jeweils zehn Topunternehmen in unterschiedlichen Kategorien wie beispielsweise Tourismus, Essen und Trinken, Kommunikation und Handwerk bewertet. Darin wurde das Hotel Hilton Colón Guayaquil auf Platz Zwei gelistet. Möchten Sie sich selbst von den Qualitäten dieses 5-Sterne Hotels überzeugen? Genießen Sie Luxus und Komfort während eines Aufenthaltes in der Hafenstadt. Wir sind Ihnen gerne bei der Reservierung behilflich.

 TOP
 

 Regionen

REGENWALD: Terra Preta – das wahre El Dorado

Als Francisco de Orellana im Jahre 1542 bei seiner waghalsigen Expedition auf der Suche nach „El Dorado“ den südamerikanischen Kontinent entlang des Amazonas durchquerte (unser Top Thema im Juli-Newsletter), berichteten er und seine Männer von indianischen Hochkulturen mit blühenden und befestigten Städten inmitten des Regenwaldes. Die „goldene Stadt“ hatten sie zwar nicht gefunden, doch waren die Europäer von der dort angetroffenen Zivilisation - ähnlich jener der Inka - fasziniert. Sie schätzten die Zahl der Einwohner auf mehr als zehn Millionen. Jesuiten-Missionare, die ein Jahrhundert später in das besagte Gebiet vordrangen, fanden aber lediglich primitive Jäger- und Nomadenvölker vor. Orellanas Berichte wurden als Lüge abgetan - es wurde als unmöglich angesehen, dass der nährstoffarme Regenwaldboden den Nahrungsbedarf großer Zivilisationen abzudecken vermochte und dass die dortigen Völker somit ihrer Nomadenexistenz entfliehen konnten. Der Mythos der großen Urwald-Zivilisation geriet in Vergessenheit.

Seit einigen Jahren allerdings bestätigen Wissenschaftler, dass Orellanas Behauptungen viel wahrer als bisher angenommen sein könnten – Grund dazu liefert die Entdeckung der geheimnisvollen „Terra Preta“: die Bezeichnung ist portugiesisch und bedeutet zu deutsch „schwarze Erde“ - eine Mischung aus Holzkohle, Dung, Kompost und anderen Substanzen. Diese wurde unter anderem genau dort gefunden, wo Orellana auf die Urwaldzivilisationen getroffen sein soll. Heute können Vorkommen besonders entlang der großen Flussströme im ecuadorianischen, peruanischen (auch peruline berichtet diesen Monat über das Thema), bolivianischen und brasilianischen Regenwald nachgewiesen werden. In Ecuador befinden sich diese vor allem entlang des Rio Napo, welcher ja direkt in den Amazonas mündet. Die Mischung der schwarzen Erde lässt auf eine bewusste Herstellung durch die damaligen Ureinwohner schließen, die es erlaubte, reichlich Nahrung dauerhaft anzubauen. Durch die Entdeckung von kunstvollen Töpferarbeiten im bolivianischen Hügelland Llanos de Mojos aus dieser Zeit ließ sich außerdem die tatsächliche Existenz früherer Hochkulturen im Amazonasgebiet bestätigen (mehr Details darüber finden Sie im aktuellen bolivialine-Newsletter) . Für die Wissenschaftler ist die Konsistenz der Terra Preta schlichtweg verblüffend: sie ist fruchtbarer als jeder bisher bekannte Boden, benötigt keine Düngung und kann Nährstoffe auch noch Jahrtausende nach ihrer Herstellung halten. Trotz modernster Technik ist es den Forschern bis heute noch nicht gelungen, das ausgeklügelte Rezept der alten Urwaldvölker zur Herstellung dieser nährreichen Erde zu entschlüsseln. Sollte dies eines Tages gelingen, so würde das ungeahnte Fortschritte für die moderne Agrarwirtschaft mit sich bringen: den bisherigen umweltzerstörenden Praktiken, wo ganze Regenwaldabschnitte für einige Jahre relativ wenig ertragreichen Bodens abgeholzt werden, hätte man somit eine billige und nachhaltige Alternative entgegenzusetzen. Auch für den Export in andere Regionen der Welt birgt die Terra Preta enormes Potential und ist besonders für die Entwicklung weniger fruchtbarer Gebiete interessant.

Der wahre Schatz, den die untergegangene Zivilisation hinterlassen hat, ist nicht das Gold, das die Eroberer zu finden hofften. Es sind in Wirklichkeit die jahrhundertealten Techniken, von denen die Menschheit heute noch lernen kann.

 TOP

KÜSTE: Guayaquils Schönheitsoperation

Guayaquil hatte im letzen Jahrhundert den Ruf als eines der gefährlichsten Pflaster an der ecuadorianischen Küste – die „Ciudad Abandonada“ (= verwahrloste Stadt) war bekannt für seine Müllberge, seine Slumgürtel und seine Epidemiewellen. Die in der Kolonialzeit einst als „Perle des Pazifiks“ bekannte Hafenstadt verkam ab Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der ungebremsten Zuwanderung aus den verarmten Landregionen innerhalb kürzester Zeit zu einem riesigen Ballungsraum aus Wellblechhütten inmitten tropischer Hitze. Diese Situation änderte sich jedoch schlagartig mit dem von Bürgermeister León Febres Cordero im Jahr 1992 ins Leben gerufene Stadterneuerungsprogramm: verfallene Viertel wurden gesäubert, Kolonialbauten restauriert und der kaputte Asphalt der Straßen durch ansprechendes Kopfsteinpflaster ersetzt. Über einige Jahre hinweg mussten die Guayaquileños im Zentrum Ruß und Staub in der stehend-schwülen Küstenhitze ertragen, durch welche der ohrenbetäubende Lärm von Presslufthämmern und Baufahrzeugen dröhnte. Das war der Preis für das von ihren Politikern als „umfassendstes Stadterneuerungsprogramm ganz Lateinamerikas“ gepriesene Projekt.

Das Herzstück des ambitionierten Programms war die 80 Millionen US-Dollar teure Neugestaltung der heruntergekommenen Uferpromenade des Flusses Guayas entlang des Stadtzentrums: die Malecón 2000. Innerhalb von zwei Jahren wurde ein neues Wahrzeichen der Stadt geschaffen - eine um 20 Meter verbreiterte Promenade, welche in ihrer futuristischen Architektur unzählige Parks, Geschäfte, Restaurants, Museen und Kunstwerke beherbergt. Heute können dort an einem durchschnittlichen Wochenend-Tag bis zur 130.000 Besucher verzeichnet werden. Teilweise finanziert wurde das Projekt von der Stiftung „Fundación Malecón 2000“, welche der (inzwischen damalige) Bürgermeister Cordero zum Zweck der Verbesserung des Stadtbildes und der Lebensqualität der Bürger ins Leben rief. Auf einer riesigen Glasskulptur inmitten der Malecón 2000 sind die Namen der unzähligen freiwilligen Spender verewigt. Ein weiteres Kernstück des Programms war die Sanierung des Armenviertels „Las Peñas“: das damalige Künstler- und Gründerviertel der Stadt verkam im 20. Jahrhundert zu einem gefährlichen Armenviertel, das selbst die Stadtbewohner mieden. Dank einer Investition von 3 Millionen Dollar erstrahlen die bunten Kolonialhäuser heute wieder in neuem Glanz und sind für Einheimische sowie Touristen Tag und Nacht ohne Sicherheitsrisiko zugänglich. Entlang den 400 Stufen aufwärts des Hügels „Santa Ana“ reihen sich Cafés, Restaurants und Kunstgalerien. Auf der Spitze des Hügels erwartet den Besucher vom restaurierten Leuchtturm aus ein einmaliger Ausblick über die moderne Skyline der Millionenmetropole. Kanonen und eine kleine Kapelle erinnern hingegen an die alten Tage, als Piratenschiffe noch eine Bedrohung für die Hafenstadt darstellten.

Guayaquil hat sich in den letzten Jahren zu einer empfehlenswerten Station für jede Ecuador-Rundreise gemausert und bietet mit seiner modernen Architektur einen interessanten Kontrast zum restlichen Teil des Landes. Für jeden, der in der pulsierenden Küstenmetropole das „neue“ Ecuador kennen lernen möchte, empfehlen wir unsere traditionsreichen Partner Hotel Hilton Colón, Unipark Hotel sowie das Hotel Oro Verde.

 TOP

HOCHLAND: Alljährliches Inti Raymi

Aya HumaDas traditionelle Sonnenfest „Inti Raymi“ der Inka ist wohl so manchem Peru-Reisenden ein Begriff. Dass das Fest Ende Juni auch in Ecuador, was ja ebenfalls Teil des damaligen Inka-Imperiums war, gefeiert wird, ist vielleicht nicht jedermann bekannt. Mit dem Inti Raymi wurde bei den Inka das neue Sonnenjahr begrüßt, welches mit der Wintersonnwende in der südlichen Hemisphäre begann. Der Sonnengott „Inti“ soll hierbei mit bunten Ritualen gütig gestimmt werden, um die zu diesem Zeitpunkt entfernte Sonne wieder zurückzubringen.

Die Feierlichkeiten in Ecuador haben teilweise ganz eigene Formen angenommen, wobei hier besonders die Traditionen der indigenen Kichwa in der Region Imbabura bekannt sind. Bei ihnen dreht sich alles um die fünf heiligen Elemente: dem Inty Yaya (Sonnengott), der Pachamama (Mutter Erde), der Quillamama (Mond), dem Sumaj Yacu (das reine Wasser) und der Waira (Luft). Die zentrale Figur beim ecuadorianischen Inti Raymi ist der „Aya Huma“ – er repräsentiert diese Energien der Naturen in Form eines maskierten Kriegers mit zwei Gesichtern: diese symbolisieren die Bewegung und Rotation der Erde, wobei jede Seite zur auf- und zur untergehenden Sonne schaut. Zwölf Schlangen sind seine Haarpracht. Jedes Jahr findet das Fest Ende Juni über mehrere Tage hinweg statt, wobei verschiedene Zeremonien unterschieden werden können. Die Festlichkeiten beginnen mit dem Armay Tuta, dem rituellen Bad im Fluss zur Läuterung. Beim Tushukkuna hingegen wird gefeiert und getanzt – dies ist die Demonstration der Einigkeit, wobei alle sozialen Hierarchien fallen. Der wohl wichtigste Brauch in der Region Imbabura ist aber der „Rama de Gallos“, der sogenannte „Ast der Hühner“: aneinandergereiht an einen Holzpfahl gebunden, werden Hühner der Jungfrau von Lourdes geopfert und dann gemeinschaftlich nach traditioneller Rezeptur zubereitet. Begleitet von Musik und Tanz ist dieses Festmahl der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Christliche Figuren als Bestandteil der Inti-Raymi-Zeremonie spiegeln wider, wie stark die indigene Kultur im Laufe der Jahrhunderte durch die Europäer beeinflusst wurde.

Teilweise haben sich mit der Zeit auch recht skurrile Bräuche rund um Inti Raymi entwickelt. So kämpfen zum Beispiel zum Ausklang der Feierlichkeiten jedes Jahr fünf Indigena-Gemeinden um die Besetzung des Dorfplatzes im Ort Cotacachi. Dieses Ritual entwickelt sich meistens zu einer regelrechten Straßenschlacht, wobei die in kreativen Kostümen und mit riesigen Papp-Sombreros kämpfenden Männer am Ende von der Polizei getrennt werden müssen. „Wir machen es, um uns an diesem Tag überlegen zu fühlen, um Herr unseres eigenen Landes zu sein“ erklärt einer der Teilnehmer. Diese Aussage bestätigt die Vermutung, dass der Brauch wohl im Zusammenhang mit der Unterwerfung durch die spanischen Konquistadoren stehen muss.

 TOP
 

 Reisenotizen

Reiseimpressionen von Anita Heeb, Winterthur/Schweiz

Panecillo Skizze v. Anita Heeb Dschungellodge-Skizze v. Anita Heeb
Altstadt von Quito mit Jungfrauenstatue
auf dem Panecillo
  Dschungellodge

 TOP
 

 Wussten Sie, ...

... dass die Terra Preta „nachwächst“, indem sie zu Boden fallendes organisches Material bindet?

... dass Iván Vallejo zu seiner ersten Bergbesteigung (dem Illiniza Norte) als 12-jähriger mangels profesioneller Ausrüstung Küchenhandschuhe, mit Zwiebeln und Tomaten bedruckt, mitnahm?

... dass sich der Name Guayaquil einer Legende nach aus dem Namen des Häuptlings Guayas der Puruhá-Indianer und seiner Frau Quill zusammensetzt?

 TOP

 Wir über uns...

ecuadorline

ist der touristische Informationsdienst rund um Reisen nach Ecuador, der von zahlreichen touristischen Unternehmen unterstützt und finanziert wird. Unsere Arbeit dient sowohl den Produkten, wie auch dem Land selbst.

Unsere Serviceleistungen auf einen Blick:
- CallCenter in Deutschland: Tel.: 0851-7565644; Telefax: 0851-7565651
- Hilfe bei der Zusammenstellung von Rundreiseprogrammen info@ecuadorline.de
- Informationen zu Hotels, Lodges, Haciendas und Galapagosprogrammen
- Tipps für Reisen nach Ecuador mit vielen nützlichen Links auf unserer Homepage www.ecuadorline.de
- Organisation und Durchführung von Pressereisen
- Bildarchiv

Falls Sie Anregungen und Vorschläge für unseren Newsletter haben, freuen wir uns über Ihre e-mail.

 TOP

Mit herzlichen Grüßen aus Quito,

Ihre Bina Kreykenbohm
ecuadorline
Schreiben Sie mir