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NEWSLETTER Juli 2006


Liebe Ecuador-Freunde,

hat der eigens nach Deutschland eingeflogene Schamane der ecuadorianischen Nationalmannschaft mit der „Reinigung“ der Stadien den Einzug in’s Achtelfinale gebracht? Diese etwas mystische Frage wird wahrscheinlich unbeantwortet bleiben – aber egal: Ecuador feiert die Jungs bei ihrer Rückkehr wie Nationalhelden! Und unserem kleinen Land am Äquator hat dieses gute Abschneiden zu sehr viel Aufmerksamkeit verholfen: das Chota-Tal (wo viele der Spieler herkommen) ist nun fast so bekannt wie Galápagos.

Mystik finden Sie auch in unserem Top Thema, das sich mit dem uralten Thema der Suche des El Dorado beschäftigt. Und wenn Sie gerne wissen möchte, was die Buckelwale vor den Küsten Ecuadors zu suchen habe, ob es tatsächlich noch Hexen im Hochland gibt und welche Wunder die „andere Seite des Cotopaxi“ zu bieten hat, dann sollten Sie unbedingt weiterlesen – oder gleich Ihre Reise nach Ecuador planen, um dieses an Naturwundern reiche Land selber einmal kennen zu lernen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen eine unterhaltsame Lektüre.
Herzliche Grüße aus Quito,
Bina Kreykenbohm

Unsere Themen:
Top Thema Dschungelabenteuer in der Kapawi Ecolodge & Reserve
Orellana und die Legende um El Dorado Regionen
Kurz und bündig HOCHLAND: Die andere Seite des Cotopaxi
Buckelwale zu Besuch an der Küste REGENWALD: Illegaler Tierhandel sichert Lebensunterhalt
Kulturelles Allerlei zu Fronleichnam GALÁPAGOS: Schrumpfende Leguane
Eine Tourismusmesse zu viel? Reisenotizen
Die Hexen von Ambato Bis hoch auf den Gipfel des Imbabura
Unsere Partner Wussten Sie, ...
„Mundial“ im Hilton Colón Guayaquil  

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 Top Thema

Orellana und die Legende um El Dorado

König Muisca„Jeder angehende Herrscher vom Volk der Muisca begibt sich, seinen nackten Körper mit Goldstaub überzogen, in einer feierlichen Zeremonie mit einem Floß zur Mitte des Bergsees Guatavita. Nachdem er Unmengen an Goldgegenständen und Edelsteinen in den See wirft, springt er selbst ins Wasser und der Goldstaub sinkt zusammen mit den Opfergaben auf den Grund.“

Diese Legende hören die spanischen Konquistadoren, als sie im Jahre 1537 im heutigen Kolumbien dem Stamm der Muisca begegnen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Brauch nicht mehr ausgeübt, doch die einheitlichen Erzählungen der gefangen genommenen Indianer ließen bei den Spaniern den Mythos über einen Mann aus Gold, auf spanisch „El Dorado“, entstehen. Gerüchte und Fantasie der Konquistadoren machten diesen Mann aus Gold innerhalb kürzester Zeit zu einer Stadt aus Gold, welche dann bald zu einem Land aus Gold wurde. Die Legende von El Dorado verbreitete sich in Windeseile und jeder dichtete seinen Teil zu der Geschichte hinzu. So kam es, dass dieses Land aus Gold an allen möglichen Orten auf dem südamerikanischen Kontinent vermutet und in Folge zu einer zentralen Triebfeder für dessen Erkundung für zwei ganze Jahrhunderte wurde.

El Dorado Das wohl berühmteste und waghalsigste Unternehmen zur Suche nach El Dorado ging vom heutigen Ecuador aus: 1539 hörte der Gouverneur von Quito, Gonzalo Pizarro (Bruder des berüchtigten Inka-Unterwerfers Francisco Pizarro), Erzählungen von Völkern östlich der ecuadorianischen Anden, die unermessliche Mengen an Gold besäßen – ganz nach der Legende von El Dorado. Mit seiner „Zimtland-Expedition“ wollte er danach suchen (der offizielle Zweck war die Erforschung von Zimtbäumen im tropischen Regenwald), und er stellte hierfür eine Armee von 350 Spaniern und 4000 Indianern zusammen.

Nach einem kräftezehrenden Marsch über Páramo und Gletscher der östlichen Andenkette erreichte die Truppe den Regenwald am Fluss Coca (in der heutigen Provinz Napo). Bis hierhin hatte Pizarro schon Dutzende Männer durch die Strapazen im Eis und der tropischen Hitze verloren. Einige Wochen später, am Fluss Napo angekommen, schien die Suche bereits erfolglos und Hunger sowie Fieber machten sich breit. Pizarro schickte seinen Weggefährten Francisco de Orellana los, um mit rund 60 Mann auf einem selbstgebauten Schiff stromabwärts nach Nahrung zu suchen. Diese Truppe traf nach einigen Tagen auf Indianer, die von einem Goldland namens „Curicuri“ erzählten. Orellana entschloss sich, nach diesem Land zu suchen, anstatt mit dem Schiff stromaufwärts zu Pizarros Lager zurückzurudern. Am 1. Januar 1542 erreichte er den Amazonas, kein Europäer zuvor stieß jemals so tief in den Regenwald vor. Das Unternehmen nahm ungeahnte Ausmaße an - in ihrem Glauben, kurz vor El Dorado zu stehen, fuhren die Spanier immer weiter flussabwärts. Rio AmazonasStromschnellen, schwimmende Inseln sowie Indianerangriffe ließen die Mannschaft um Orellana schrumpfen. Eines Tages begegneten sie hellhäutigen Indianerinnen, welche ihnen durch eine Attacke mit Pfeil und Bogen schwer zusetzten. Orellanas Berichte über diese Kriegerinnen ließen den Mythos der „Amazonen“ entstehen, wonach auch der Fluss benannt wurde. Es konnte bis heute nicht nachgewiesen werden, ob dieses Volk tatsächlich existierte oder ob es nur der Phantasie der Spanier entsprang.

Gut ein Jahr nach der Trennung von Pizarro erreichte Orellana den Atlantik. El Dorado hatte er zwar nicht gefunden, doch durchquerte er als erster Europäer den südamerikanischen Kontinent. Die Erkenntnisse von dieser abenteuerlichen Reise sollten sich später als wertvoller als alles Gold dieser Welt herausstellen – erst vor kurzem machten Wissenschaftler aufgrund Orellanas Berichten Entdeckungen, wonach El Dorado doch wirklich existieren könnte: und zwar unter dem Namen „Terra Preta“. Doch darüber erfahren Sie mehr in unserem August-Newsletter.

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 Kurz und bündig

Buckelwale zu Besuch an der Küste

 WalReisefreudiger als jeder Tourist sind Buckelwale: mehr als 7000 Kilometer Strecke pro Jahr macht die Spezies, die von den Südpolgewässern bis nach Ecuador wandert, um sich dort zur Paarung einzufinden. Deshalb bietet sich dort jedes Jahr den Touristen, die trotz Garúa (dem typischen winterlichen gelegentlichen Nieselregen) an der Küste ausharren, ein besonderes Spektakel: die Paarung der Buckelwale.

Das Balzverhalten der Walmännchen, die sich mit offenem Maul bekämpfen, ist derart aggressiv, dass sie Narben davon tragen. Dies macht es Forschern möglich, die Tiere zu identifizieren, so dass man manchen von ihnen schon Namen gegeben hat: Clarita, Tres Rayos, Leonardo und Machalilla sind einige von den 850 Walen, die nun als echte Ecuadorianer bezeichnet werden, weil sie jährlich wiederkehren. Ebenfalls zum Balzritual gehören die Gesänge der männlichen Wale. Da die Tragzeit der Weibchen 12 Monate dauert, kommen die Jungen ebenfalls an der ecuadorianischen Küste zur Welt. Wenn Sie sich dieses Schauspiel auch einmal ansehen möchten, dann helfen wir Ihnen gerne bei der Organisation – die Säugetiere können entlang der gesamten ecuadorianischen Küste beobachtet werden. Als Unterkünfte empfehlen wir die Hostería La Barquita in der Nähe des Nationalparks Machalilla, das Hotel Cabañas Balandra in Manta, die Hotels Hilton Colón, Oro Verde oder Unipark in Guayaquil oder auch das Hotel Oro Verde in Machala.

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Kulturelles Allerlei zu Fronleichnam

Corpus Christi FeierDas katholische Fronleichnamsfest, bei dem die Anwesenheit Jesus Christus im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird, trägt in Ecuador den offiziellen kirchenlateinischen Namen Corpus Christi. Obwohl es auch in Deutschland mit viel Blumenschmuck und Prozessionen gefeiert wird, ist es im Vergleich mit den Feierlichkeiten im ecuadorianischen Hochland doch eher ein ernsthafteres Kirchenfest. In den Provinzen Chimborazo, Tungurahua, Cotopaxi und Loja kann man die eigentümliche Vermischung der indigenen und christlichen Kultur beobachten: dazu gehören die bunten Kostüme der Maskentänzer (Dancantes) sowie ein kurioser Wettbewerb: Das Besteigen der Palos encebados, was auf Deutsch etwa gefettete Pfähle bedeutet: Sie sind bis zu 12 Meter hoch, mit Schmalz bestrichen und werden von Männern erklommen, um die Geschenke an der Spitze zu erreichen.

Eine besondere Rolle spielen auch die Süßigkeiten: Vor allem im historischen Zentrum von Cuenca bieten die Bäckereien schon sieben Tage vor der Feierlichkeit auf rund 200 Ständen über 60 verschiedene Sorten bunten Kleingebäcks an, das von den örtlichen Bäckereien in liebevoller Handarbeit hergestellt wird. Die Herkunft des Brauches ist bisher noch nicht genau bestimmt: Manche Historiker datieren ihn auf den Zeitpunkt der Kolonisation im 16. Jahrhundert und sehen einen Zusammenhang mit der Erstkommunion, die ebenfalls im Juni gefeiert wird. Andere wiederum führen ihn auf die Vermischung des christlichen Festes mit dem indigenen Fest Inti Raymi, das ebenfalls im Juni zu Ehren des Sonnengottes gefeiert wird, zurück.

Wenn auch Sie gerne einmal an diesem bunten Brauch teilhaben möchten, so helfen wir Ihnen gerne bei der Reiseplanung. Mit unseren Partnern wie der Mansión Alcazar und dem Hotel Crespo in Cuenca, der Hacienda Leito in der Provinz Tungurahua, der Albergue Cuello de Luna nahe des Cotopaxi oder der Hostería Abraspungo in Riobamba bieten wir Ihnen traditionsreiche Gastbetriebe mit Charme.

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Eine Tourismusmesse zu viel?

 TourismusmesseVom 8. bis 11. Juni 2006 fand in Quito die „4. Ecuadorianische Tourismusmesse“ statt. Hierbei sollten die Tourismusprodukte der verschiedenen Regionen dem Konsumenten sowie anderen Unternehmen der Branche näher gebracht werden. Durch diesen Inhaltsschwerpunkt konnte sich die Veranstaltung damit nicht wirklich von der Tourismusmesse BITE in Cuenca unterscheiden - was vielleicht auch den fünfzigprozentigen Rückgang der Aussteller zum Vorjahr erklärt.

In Punkto Organisation muss man der Messe, objektiv betrachtet, die Note ungenügend ausstellen. Die Tatsache, dass viele Stände erst am Ende des ersten Messetages fertiggestellt wurden, dass nach Eröffnung immer noch kein Ausstellerverzeichnis vorlag oder dass der zweite Messetag mit dem WM-Spiel von Ecuador gegen Polen zusammenfiel sind nur einige Indizien dafür, dass es hierbei weit an vorausschauender Planung fehlte. In der ecuadorianischen Öffentlichkeit beginnt man sich die Frage zu stellen, ob drei „internationale“ Tourismusmessen im Land (Cuenca, Quito und Guayaquil) nicht doch eine Verschwendung von Planungsaufwand und Geldmittel sind – besonders wenn sich diese Veranstaltungen in ihren Adressaten nicht wirklich unterscheiden.

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Die Hexen von Ambato

Hexenprozess in AmbatoIm Paramo von Quisapincha, in der Gegend von Ambato, findet momentan ein Prozess statt, wie er ähnlich schon einmal vor 10 Jahren ablief. Obwohl Aberglauben und Selbstjustiz damals ein schlechtes Licht auf das Dorf Calhuasig Grande warfen, wird in diesen Tagen über zwei Frauen aus Ambato verhandelt, die die Bewohner von Calhuasig Chico verdächtigen, zwei Männer verhext zu haben. Als Beweismittel wurden fünf Hefte mit 5600 Namen vorgelegt: neben den Namen stehen Sätze wie „Spuren des Todes, schwarze Messe“ sowie eine Summe, die die Person wohl bezahlen sollte, damit ihr Name aus dem Heft gestrichen wird. Auch die Bilder von Jesus, Maria und San Gonzalo, dem Racheheiligen, sollen zur Hexerei benutzt worden sein.

Zur improvisierten Verhandlung erschienen 4000 Menschen der indigenen Bevölkerung aus dem Umland. Ihr starker Glaube an San Gonzalo macht die Menschen erpressbar – viele zahlen hohe Summen, damit die Wahrsager ihre Namen aus den „Todesbüchern“ tilgen. Die vermeintliche Hexe Ruth María Terán Sánchez besteht jedoch auf ihrer Unschuld – sie habe die Bücher lediglich von einer Frau namens Lourdes erhalten und selbst nichts damit zu tun. Die Furcht der Bewohner ist so groß, dass diese die beiden Frauen sogar entführt zu haben scheinen – denn noch ist nicht sicher, ob sie aus freiem Willen in das Dorf gekommen sind. Mittlerweile wurde der Staatsanwalt von Ambato in die Verhandlungen miteinbezogen, um den Fall aufzuklären: Sowohl der Vorwurf der Hexerei gegen die Frauen als auch der der Entführung gegen die Dorfbewohner soll somit durch das offizielle Recht aufgeklärt werden.

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 Unsere Partner

„Mundial“ im Hilton Colón Guayaquil

WM-FieberFür die Ecuadorianer hat sich zwar seit dem Spiel gegen England die Hoffnung auf den Weltmeistertitel erledigt – aber sie haben ihre Niederlage mit Fassung getragen und die Fußballbegeisterung hierzulande hat sicherlich nicht darunter gelitten. All jene, die sich momentan in Ecuador aufhalten, können das bestätigen: Während Deutschland im WM-Fieber tobt, verfolgt man auch hier gespannt jedes Spiel mit. Falls Sie sich zum Finale in der Küstenmetropole Guayaquil aufhalten, dann sollten Sie sich das Angebot des Hilton Colón Guayaquil nicht entgehen lassen: Dort können Sie auf einer Großleinwand das Spiel verfolgen. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: Mittagsbüffet, Softdrinks, Bier und Hauswein sind im Eintrittspreis inbegriffen. Das Special des Hilton Colón Guayaquil finden Sie hier.

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Kapawi bei NachtDschungelabenteuer in der Kapawi Ecolodge & Reserve

Haben Sie Lust auf ein einmaliges Dschungelabenteuer, mitten im Nirgendwo und weit entfernt von jeglichem Alltagstrubel? Auf den Spuren der Waldbewohner entdecken Sie zum Beispiel während einer Nachtregenwaldwanderung die ökologischen Vielfalt von Kapawi! In der entlegenen Regenwald- Ecolodge lernen Sie Ökotourismus auf einmalige Art und Weise kennen. Zusammen mit der Achuar-Gemeinde können Sie die Chance wahrnehmen, in das Leben im Amazonasgebiet einzutauchen. Hier geht es zu unserem Kapawi-Special.

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 Regionen

HOCHLAND: Die andere Seite des Cotopaxi

Besteigung von der SüdseiteFür viele bergbegeisterte Ecuador-Besucher gehört eine Besteigung des Cotopaxi zu den Highlights ihres Urlaubs. Mit einer Höhe von 5897 lockt er durch seine perfekte Kegelform und mit dem besonderen Attribut, der höchste freistehende aktive Vulkan der Welt zu sein. Die gängige Route erfolgt über die Nordseite: Nach einer Übernachtung im Refugio (Schutzhütte) José Ribas auf 4800 m Höhe, das man nach einem nur halbstündigen Aufstieg vom Parkplatz aus erreicht, steigt man gegen 1 Uhr morgens über den Gletscher auf. Dies ist die Route, die der Engländer Edgar Whymper 1882 erstmals zurück legte. Mit dem Unterschied, dass er sich damals allein auf dem Berg befand. Heute mag man an einem Wochenende in der Hochsaison gut und gerne an die 100 Mitbesteiger im Refugio antreffen, so dass viele auf dem Boden übernachten müssen und die höhenmäßig ohnehin knappe Sauerstoffversorgung dadurch auch nicht üppiger wird.

Unter anderem deshalb präferieren Profibergsteiger die alternative Rute über die Südseite – die Cara Sur - wie sie der Deutsche Hans Meyer im Jahr 1903 erstmals zurücklegte. Man muss nicht um Schlafplätze kämpfen und kommt sich beim Aufstieg nicht in die Quere. Ein Fachmann formuliert überspitzt: „Die Nordseite gleicht einer Panamericana!“ Die Menschenmengen, die den Berg jährlich besteigen, haben den Weg leider nicht nur mit Fußspuren, sondern auch mit Müll markiert. Somit zeichnet sich die Südseite durch ihre Unberührtheit aus – was gleichzeitig auch bedeutet, dass mehr Wissen seitens des Bergführers nötig ist. Auch wenn sie technisch nicht anspruchsvoller ist, so ist doch eine genauere Kenntnis des Berges unabdingbar.

Südseite des Cotopaxi Eine Besteigung des Cotopaxi über diese „Alternativroute“ sieht dann folgendermaßen aus: von Quito ist man zunächst gut eine Stunde auf der Panamericana Sur unterwegs bis nach Lasso. Man überquert das Bahngleis Quito-Riobamba und fährt nochmals eine Stunde durch Kiefern und Eukalyptuswälder und durch Indígena-Siedlungen, bis man die Cabañas „Cara Sur“ auf 4000 m Höhe erreicht. Von dort beginnt nach einem Check der Ausrüstung um die Mittagszeit der Aufstieg. Erstes Ziel ist das Basiscamp auf 4800 m Höhe. Zunächst ist der Weg recht einfach, denn es geht eben voran. Nach fünf Kilometern wird es jedoch schwieriger: es wird steiler und man geht am besten langsam und atmet gleichmäßig durch die Nase. Gegen 17:30 werden die Windböen stärker und lassen den Körper frieren. Die feuchte und schwarze Erde lässt einen bei jedem Schritt einsinken, und sofort füllen sich die Fußstapfen mit Schnee. Bei den Zelten, im Basiscamp angekommen, hilft ein heißer Tee gegen die Kälte. Die Strapazen auf der Südroute beginnen somit schon vor der ersten Nacht im Basiscamp – gleichzeitig hat man dadurch aber den Vorteil der besseren Akklimatisierung, weil sich der Körper langsam während des Aufstieges an die Höhe gewöhnt.

Die anschließende Nachtruhe ist kurz, schon um Mitternacht bricht man zum Gipfel auf. Die Schlafsäcke werden zurückgelassen, man nimmt eine Thermoskanne heißes Wasser und eine Laterne mit und macht sich am Seil fest. Zunächst ist es so dunkel, dass man rein gar nichts sieht und sich voll und ganz auf den Führer verlassen muss. Nach sieben bis neun Stunden erreicht man den Kraterrand und wird für die Anstrengung mit einem Blick in das Innere des Vulkans belohnt. Interessant ist, dass sich den heutigen Touristen ein ganz anderes Bild als Hans Meyer, dem Erstbesteiger der Südseite, bietet: Denn den 400 bis 500 Meter tiefen Trichter, den er beschrieb, sieht man heute nicht mehr: Spätere Eruptionen bewirkten, dass sich im Inneren des Kraters aus Lava und Asche ein kleinerer Kegel bildete. Diese Aussicht ist ein weiterer Vorteil der Südseite: Ein Bergführer erzählt, dass viele seiner Kunden dadurch noch einmal einen regelrechten Motivationsschub bekommen, um auch noch die letzten 200 Meter, die von dort bis zur Spitze verbleiben, zurückzulegen – und wen die Kräfte verlassen, kann wenigstens diesen einmaligen Blick genießen. Auf der Nordseite hingegen wird damit nur belohnt, wer auch den Gipfel erreicht. Was einem Cotopaxi-Besteiger aber auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, egal ob er von Norden oder von Süden her kommt, egal ob er die Spitze ganz erreicht oder nicht, ist die Morgendämmerung, bei der sich der Himmel gelb -orange-rot färbt.

Falls Sie an einer Cotopaxi-Besteigung interessiert sind, helfen wir Ihnen gerne bei der Organisation. Als optimaler Ausgangspunkt für einen Ausflug in den Park bietet sich auch die Hacienda El Porvenir am Nordeingang des Parkes an.

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REGENWALD: Illegaler Tierhandel sichert Lebensunterhalt

TierhandelZu den Besonderheiten der Amazonas-Regenwälder gehören die dort lebenden Tiere wie bunte Papageien und kleine Äffchen. Leider ist das Leben dieser Tiere oft nicht halb so idyllisch, wie man sich als Fremder den grünen Urwald vorstellt. Armut und Unwissenheit der Bevölkerung, besonders in den kleinen Comunidades, machen die Tiere zu beliebten Jagd- und Verkaufsobjekten: Sittiche, Papageien, Schildkröten, Löwenäffchen, Schlangen und Rotwild werden auf den Märkten zu Preisen verkauft, die den Handel mit den Lebewesen lukrativer als das übliche Geschäft mit landwirtschaftlichen Produkten machen. Während ein Busch Bananen beispielsweise nur fünf Dollar einbringt, verkauft sich ein Sittich für das Doppelte. Mit dem Geld, das die Menschen damit verdienen, kaufen sie lebensnotwendige Dinge wie Salz und Seife, Medizin, Kleidung oder bezahlen Schulgeld. Mit Schuld am blühenden Handel sind auch die mangelhaften Kontrollen der Regierung, so dass nur verhältnismäßig wenige der gewilderten Tiere wieder beschlagnahmt werden können.

Papagei in Gefangenschaft Wird ein solcher Handel jedoch aufgedeckt, dann spielen die Rettungszentren eine wichtige Rolle. Obwohl diese keine Zoos im eigentlichen Sinne sind, sind sie für Publikum geöffnet, und die Eintrittsgelder werden für den Artenschutz verwendet. In Pastaza befindet sich das Zentrum Fátima, in dem mehr als 30 Wildtiere aufgezogen werden. Die Verwaltung betont, dass ein wichtiges Ziel die Beobachtung und Erforschung der Tiere sei. Denn manche der dort untergebrachten Arten existieren mittlerweile nicht mehr in den Gebieten nahe der Städte. In Napo gibt es seit 13 Jahren das Centro Amazoónico, in dem man schon 13000 Tiere aufgenommen hat, von denen 500 immer noch dort leben. Denn obwohl Ziel der Zentren ist, die Tiere auf die Rückkehr in die freie Wildbahn vorzubereiten, gelingt dies nicht immer. Auch die Station El Edén in Morona Santiago und die Yarina Lodge in der Nähe von Coca beherbergt Wildtiere, die aus illegalem Handel gerettet wurden.

Das Jagen der Tiere ist um so problematischer, als dass dadurch auch der ganze Regenwald beeinflusst wird: der Stress unter dem die Tiere durch die Jagd in ihrem Gebiet leiden, lässt die erwachsenen Tier paarungsunwillig werden und erhöht die Sterblichkeit der Jungtiere. So verringert sich die Population der Tiere, was bewirkt, dass sie ihre spezifische Rolle im Ökosystem nicht mehr erfüllen können: wenn eine Population beispielsweise die Funktion hat, eine bestimmte Pflanzenart zu bestäuben, dann verringert sich mit der Population der Tiere auch die Anzahl der Pflanzen drastisch - bei kleinen Populationen kann schon das Fangen weniger Tiere das Aussterben von Pflanzen bedingen.

Wenn Sie an einem Besuch der Rettungszentren interessiert sind, oder Infos über diese wünschen, dann können Sie uns gerne schreiben. Oder möchten Sie die Tiere unter naturkundlicher Führung in freier Wildbahn beobachten? Dann empfehlen wir Ihnen einen Aufenthalt in einer Dschungel-Lodge.

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GALÁPAGOS: Schrumpfende Leguane

Leguan Lebewesen, wenn sie einmal erwachsen sind, haben eigentlich die Eigenschaft auch erwachsen zu bleiben. Normalerweise würde man von einem gesunden Exemplar jeglicher Spezies auch nie erwarten zu schrumpfen – um danach gleich wieder wachsen zu können.

Martin Wikelski von der US-amerikanischen Princeton University erforscht seit über 20 Jahren Meeres-Leguane auf den Galápagos-Inseln. Bei regelmäßigen Routine-Untersuchungen der Tiere stellte Wikelski Schwankungen bei deren Körpergröße während bestimmter Perioden fest. Zu Beginn hielt er diese Merkwürdigkeit für einen Messfehler, als sich dies aber über Jahre wiederholte und manche Leguane bis zu 20 Prozent ihrer Größe verloren, konnte ein Irrtum dann doch ausgeschlossen werden. Bei gründlicher Untersuchung dieses Phänomens machte Wikelski dann eine interessante Entdeckung: Die Schrumpfphasen der Leguane traten zeitgleich mit El-Niño-Jahren auf (El Niño ist ein Phänomen, bei dem das Aufeinandertreffen von kalten und warmen Meeresströmungen im Pazifik zu abrupten Klimaänderungen in der Region führt).

Galapagos Die Meeresleguane ernähren sich von Algen, welche an den Tidebecken entlang der Felsküsten auf den Galápagos-Inseln vorkommen. Während El-Niño-Jahren verschwinden diese Algen aufgrund warmer Meeresströmungen und heftiger Regenfälle – womit auch das Nahrungsangebot für die Leguane drastisch abnimmt. Um in dieser Zeit der Futterknappheit mit weniger Nahrung auskommen zu können, scheint die Natur Leguane mit der Sonderfunktion eines „Schrumpfmechanismus" ausgestattet zu haben. Überlebende Leguane, die in Folgejahren dann reichlich aßen, wuchsen wieder auf ihre ursprüngliche Körpergröße an. Physisch wird das Schrumpfen der Wirbeltiere auf einen Knochenabbau zurückgeführt. Daher interessieren sich nun auch Mediziner und Weltraum-Wissenschaftler für dieses Phänomen – Astronauten haben immer wieder mit Knochenabbau im Orbit zu kämpfen. Auch Osteoporose-Forscher sind von der Tatsache fasziniert, dass es Lebewesen gibt, die ihr Knochenvolumen nach Belieben verändern können.

Wenn Sie sich für einen Aufenthalt auf den Inseln interessieren, dann empfehlen wir Ihnen das Hotel Casa de Marita auf Isabela.

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 Reisenotizen

Bis hoch auf den Gipfel des Imbabura (von Christine Riedlinger aus Schömberg am Stausee/Deutschland)

Unsere Anreise erfolgte bereits am Vortag des 17. Juni. Von Quito aus machten wir – drei Frauen, ein Mann und ein Hund – uns auf den Weg nach Ibarra. Nach unserer Ankunft hatten wir zunächst einmal mit der Frage zu kämpfen, wohin wir denn genau unsere Reise fortsetzten müssen. Denn die Adresse, die wir telefonisch von Herrn Guatemal, unserem Bergführer erhalten hatten, lag noch immer ganz unberührt auf dem Schreibtisch unseres Büros in Quito. Nach unzähligen erfolglosen Telefonanrufen erreichten wir ihn am späten Abend. San Clemente hieß der verzweifelt gesuchte Name unseres Zielorts. An der Schule der Commuidad San Clementes angekommen, wurden wir bereits vom Sohn des Herrn Guatemal erwartet und anschließend zum Haus der Familie geführt. Bereits im Dunkeln konnte man die Arbeit und Liebe erkennen, mit der über Jahre an Haus und Garten gearbeitet worden war. „Ein echter Geheimtipp für Reisende, die Abwechslung und Ruhe suchen.“

Nach einer bitterkalten Nacht erhoben wir uns morgens um 5.30 Uhr aus unseren Betten und machten uns fertig für die bevorstehende Wanderung, die uns zum Gipfel des Imbaburas (4.609m) hinaufbringen sollte. Noch einem reichhaltigen Frühstück mit Kaffee, Saft, Rührei, Brot mit Käse und Fruchtsalat begaben wir uns in Begleitung unseres Bergführers mit dem Auto zum Ausgangspunkt unserer Trekking-Tour. Hier, auf einer Höhe von ca. 3.600 m war es dann soweit; wir ließen das geparkte Auto hinter uns und marschierten los. Im Paramo des ImbaburaSchon nach wenigen Metern verwandelte sich der sehr angenehme Spazierweg zu einem kleinen, äußerst steilen Pfad, der uns mitten durch die schöne Páramo-Landschaft führte. Nachdem wir den ersten harten Aufstieg bewältigt hatten, wurde eine kleine Pause eingelegt. Hier öffnete Herr Guatemal zum ersten Mal seinen äußerst großen Rucksack. Versorgt mit Äpfeln und Orangen nutzten wir die kleine Pause, um wieder an etwas Luft und vor allem an neue Energie zu kommen.

Danach ging es weiter, vorbei an wunderschönen Blumen, Kräutern und anderen, für die Gegend typischen Pflanzen. Unser Führer stellte sich während der Wanderung nicht nur als außerordentlich sorgsamer und sympathischer Bergsteiger, sondern auch als Pflanzenkenner und Naturheilkundler, heraus. Er stand uns während des Aufstiegs darüber immer wieder Rede und Antwort. Diese Gespräche wurden, vor allem von uns Frauen, natürlich auch regelrecht dazu benutzt, um zu kleinen, unbemerkten Verschnaufpausen zu kommen.

Gipfel des ImbaburaNach ca. 4 Stunden kamen wir zu der Stelle, an der sich die Wanderung zu einer Kletterpartie wandeln sollte. Fast eineinhalb Stunden kletterten wir über felsiges Gestein hinauf zum Gipfel. Völlig erschöpft und zugleich überwältigt von der eigenen Leistung erreichten wir den Gipfel des Imbaburas, wo die letzte Kleidungsschicht aus dem Rucksack gepackt wurde. Mit einem heißen Coca-Tee und einer superleckeren Gemüsesuppe wärmten wir uns auf und genossen die wohlverdiente Pause. Nachdem wir nicht nur uns selbst, sondern auch einen kleinen Adler mit Essen versorgt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg hinab, entlang felsigen Gesteins. Samt Hund bewältigten wir das steile Stück, wo sich eine wundervolle Sicht auf den Lago Sangre bot. Belohnt mit dem lang ersehnten Sonnenschein ging es weiter hinab und hinab und hinab. Der Rückweg, so schien es uns allen, wollte einfach kein Ende mehr nehmen.

Gegen 17.30 erreichten wir endlich wieder unser Wochenenddomizil, wo wir uns von der Frau des Hauses mit sehr leckerem Essen so richtig verwöhnen ließen. Glücklich und zufrieden verabschiedeten wir uns von Herr Guatemal und seiner Familie, mit dem Versprechen, den Besuch bald zu wiederholen und begaben uns zurück nach Ibarra, um die Rückfahrt nach Quito anzutreten.

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 Wussten Sie, ...

…dass ein Bauer 1969, als er auf der Suche nach seinem entlaufenen Hund war, eine Skulptur aus purem Gold fand, welche die Zeremonie der Muisca-Indianer beschreibt und somit als Beweis für die Existenz von El Dorado herangezogen wird?

... dass die ersten Menschen auf dem Cotopaxi der Deutsche Wilhelm Reiss und der Kolumbianer Angel Escobar waren, die im Jahr 1872 über die Westseite den Gipfel erreichten? 

... dass der Name Lago de Sangre, zu deutsch etwa „Blutsee“, daher rührt, dass dort eine grausame Schlacht zwischen den Cara und den Inka stattgefunden haben soll, nach der die Inka die Besiegten in den See warfen, so dass er sich blutig rot färbte?

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Mit herzlichen Grüßen aus Quito,

Ihre Bina Kreykenbohm
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