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NEWSLETTER Mai 2006


Liebe Ecuador-Freunde,

wollten Sie immer schon wissen, wie ein Fußballstadion nach Schamanenart "gereinigt" wird? Dann achten Sie doch in Ihrer Stadt auf einen Bus mit der Aufschrift „Schamane on Tour“. So nennt sich die bunte Truppe, die im Vorfeld der WM unterwegs ist, um für Ecuador als Land der kulturellen Vielfalt zu werben. Mehr über die Kultur der Shuar-Schamanen können Sie auch in unserem Bericht über die "Ayahuasca" lesen - ob die Trance durch diesen halluzinogenen Trank oder die Stadion-Reinigung Einfluss auf das Ergebnis des Spiels Ecuador - Deutschland am 20. Juni haben wird, bleibt noch abzuwarten.

Über Kultur und Tradition Ecuadors berichten auch wir in unsrem Top-Thema: Die christlichen Osterprozessionen, die mit der spanischen Kolonialisierung Einzug gehalten haben, gehören genauso dazu wie die Osterbräuche der Indígenas. Falls Sie ein Naturerlebnis der besonderen Art suchen, dann empfehlen wir Ihnen die Canopy-Tour – zu Füßen des Cotopaxi gleiten Sie dabei über die Bäume... ein unvergessliches Erlebnis! Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Mit herzlichen Grüßen aus Quito,
Bina Kreykenbohm
 

Unsere Themen:
Top Thema Der Chefkoch des Hilton Colón Guayaquil bei der WM in Deutschland
Uralte Ostertraditionen in Ecuador Regionen
Kurz und bündig HOCHLAND: Baños – quirliges Treiben neben dem rauchenden Krater
Schamane on Tour REGENWALD: Die „Ayahuasca“ – ein mythisches Ritual der Shuar-Indianer
Illegale Einwohner auf Galápagos KÜSTE: Mantas grüne Lunge
Quito – von Nord nach Süd per Rad Reisenotizen
Internationale Tourismusmesse BITE in Cuenca lässt gute Resultate erhoffen Über den Bäumen – Canopy Tour
Unsere Partner Wussten Sie, ...
Sprachschule Bipo y Toni´s – reisend Spanisch lernen  

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 Top Thema

Uralte Ostertraditionen in Ecuador

Wer die schwarze Fahne berührt, wird im nächsten Jahr sterben! – Das besagt ein alter Aberglaube für die Prozession „Arrastre de Caudas“, welche am Miércoles Santo, dem Mittwoch der Karwoche, weltweit nur in Quito, Lima und Teilen Spaniens abgehalten wird. In einem imposanten Trauermarsch trägt der Bischof an der Spitze des Umzuges eine riesengroße schwarze Fahne mit einem roten Kreuz. Die Menschenmenge hielt aus Angst vor der Fahne immer einen großen Abstand zum Priester, allerdings hat sich dieser Aberglaube in den letzten Jahren weitgehend verflüchtigt.

Die „Arrastre de Caudas“ ist nur eine der vielen verschiedenen Osterbräuche, die in Ecuador zelebriert werden. Am Karfreitag findet die wichtigste Prozession der Karwoche statt – diese Zeremonie hat große Ähnlichkeit zu den spanischen Bräuchen, welche auf die Kolonialzeit des Landes zurückführen sind: Eine Jesusfigur wird auf einer Bahre getragen, gefolgt von Büßern mit den berühmten Spitztüten – den so genannten „Cucuruchos“. Sie symbolisieren die reuigen Sünder, die schmerzenden Seelen, welche ihr Gesicht zum Ausdruck der Scham mit einer kegelförmigen Kapuze verhüllen. Sie tragen während des Umzuges Dornen auf ihren Rücken, laufen barfuss mit schweren Eisenketten an ihren Fußknöcheln und halten ein großes Kreuz vor sich. Eine weitere Schlüsselfigur dieser Prozession ist die „Verónica“. Diese stammt ab von der heiligen Veronica, die Jesus nach dem Leidensweg reinigte - während der fünfstündigen Prozession beten die in lilafarbenen Leinen gehüllten Damen den Rosenkranz und singen. Neben der Karfreitagsprozession in Quito ist vor allem auch jene in Guayaquil landesweit bekannt: Die „Procesión de Cristo del Consuelo“ zog auch heuer wieder einige tausend Katholiken aus dem ganzen Land an. Hierbei handelt es sich um eine Wallfahrt mit 14 Stationen, wobei die Feuerwehr mit Wasserkanonen die Pilger stets kühl hält.

Besonders interessant sind die Ostertraditionen der indigenen Bevölkerungsgruppen des Landes. Hier haben sich teilweise ganz eigene Bräuche entwickelt: So wird zum Beispiel vom Stamm der Tsáchilas (in der Nähe von Santo Domingo) am Karsamstag die „Kasama“ – das Neujahrsfest – gefeiert. Das Fest beginnt in der Morgendämmerung mit einem Bad im Fluss zur Läuterung, danach versammelt sich die Dorfgemeinschaft für die Feierlichkeiten: Gekleidet in eigens für diesen Anlass gefertigten Trachten zelebrieren sie diesen Tag mit Marimba-Musik (ein Schlaginstrument ähnlich dem Xylophon), singen, tanzen, essen und trinken natürlich die traditionelle Chicha.

Im Zusammenhang mit der Karwoche darf die Fanesca, die typische ecuadorianische Fastenzeit-Suppe, nicht unerwähnt bleiben. Das Getreide in der Fanesca wird mit der Erntezeit in Verbindung gebracht, aber auch mit den 12 Aposteln, denn traditionell besteht sie aus 12 Getreide- und Knollensorten. Der Fisch hingegen symbolisiert den Leib Christi. Die Fanesca wird traditionell mit Kartoffelpüree, Weichkäse sowie Milchreis mit Zimt als Nachtisch serviert (die genaue Zubereitung finden Sie in unserem Februar-Newsletter). Für alle Freunde dieses Festessens gab es dieses Jahr am Gründonnerstag in Quito die größte Fanesca der Welt: 25 Kilo Mehl und Linsen, 700 gekochte Eier und 2500 Zwiebeln wurden unter anderem für die 4000-Portionen-Suppe verarbeitet.

Die Osterwoche hat einen großen Stellenwert in der ecuadorianischen Bevölkerung, zudem diese noch mit dem Wechsel der Jahreszeit im Lande zusammenfällt. In den Küstenregionen endet Mitte März der Sommer, die Karwoche ist der Höhepunkt der Ferien, bevor das Schuljahr wieder beginnt. So nützen auch viele Ecuadorianer aus dem Hochland diese Feiertage für einen Strandaufenthalt, sofern sie nicht in Quito verweilen, um der beliebten Osterprozession beizuwohnen.

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 Kurz und bündig

Schamane on Tour

Seit dem 24. April tourt ein bunter Bus durch Deutschland: „Schamane on Tour“ heißt die Truppe, die die ethnische Vielfalt Ecuadors repräsentiert. Die Miss Ecuador 2006 Katty López, zwei Tänzer von der Pazifikküste, zwei Musiker aus dem Andenhochland sowie der Medizinmann vom Stamm der Shuar sind unterwegs, um die Aufmerksamkeit auf den kleinen Andenstaat bei seiner zweiten WM-Teilnahme zu ziehen.

Das Programm von „Schamane on Tour“ beinhaltet Seminare für Reisebüromitarbeiter, Fototermine mit den Bürgermeistern und Besuche der Fußballstadien: Diese werden nach alten Riten vom Schamanen gereinigt. Auch ecuadorianische Tanzaufführungen in den Stadien gehören zum Programm. Diese Marketingstrategie ist Teil der Kampagne des ecuadorianischen Tourismusministeriums, das auch mit Anzeigenschaltungen in der deutschen Presse, großen Plakaten und einer Verteilaktion ecuadorianischer Güter für sein Land wirbt: am 9. Juni vor dem Spiel Polen-Ecuador und am 20. Juni vor dem Spiel gegen Deutschland werden ecuadorianische Studenten 45.000 Werbepakete mit Schokolade, Rosen und Panamahüten verschenken.

Tour-Termine:
Dortmund: 03.05.06 / Ringhotel Drees, Hohe Str. 107, 44139 Dortmund
Gelsenkirchen: 04.05.06 / Maritim am Stadtgarten, Am Stadtgarten 1, 45879 Gelsenkirchen
Düsseldorf: 05.05.06 / Hotel Astra, Ubierstr. 36, 40223 Düsseldorf
Frankfurt: 08.05.06 / Bristol, Ludwigstr. 15, 60327 Frankfurt
Heidelberg: 09.05.06 / Holiday Inn, Pleikartsförster Str. 101, 69124 Heidelberg
Kaiserslautern: 10.05.06 / Dorint Novotel, St. Quentin-Ring 1, 67663 Kaiserslautern
Freiburg: 11.05.06 / Rheingold, Eisenbahnstr. 47, 79098 Freiburg
Stuttgart: 12.05.06 / Wartburg, Lange Str. 49, 70174 Stuttgart
Rothenburg: 15.05.06 / Zum Rappen, Vorm Würzburger Tor 6, 91541 Rothenburg
Würzburg: 16.05.06 / Hotel Amberger, Ludwigstr. 17-19, 97070 Würzburg
Bad Kissingen: 17.05.06 / Kissinger Hof, Bismarckstr. 14-16, 97688 Bad Kissingen
Nürnberg: 18.05.06 / Nestor, Bucher Str. 125, 90419 Nürnberg
München: 19.05.06 / Intercity Hotel, Bayerstr. 10, 80335 München

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Illegale Einwohner auf Galápagos

Die ecuadorianische Regierung kündigt die Umsiedlung von cirka 5000 Personen an, die illegal auf den Galápagos-Inseln wohnen. Umweltministerin Ana Albán erklärt, dass es sich hierbei um Ecuadorianer handelt, die ursprünglich als Touristen auf die Insel gekommen und dann dort geblieben wären.

Aufgrund des hohen Aufkommens an internationalen Touristen sind die Galápagos-Inseln ein attraktives Siedlungsgebiet für Einheimische, die dort das große Geld zu verdienen hoffen. Für das empfindliche Ökosystem des Archipels sind solche „wilden“ Siedlungen aber mehr als schädlich. Das Umweltministerium ist im Moment bemüht, die illegal Eingewanderten zu identifizieren und wieder auf das Festland umzusiedeln. Dies sei notwendig, um eine nachhaltige Entwicklung des ecuadorianischen Tourismusjuwels gewährleisten zu können.

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Quito – von Nord nach Süd per Rad

Quitos CiclopaseoAm 23.04.2006 feierte Quito das dreijährige Bestehen des Ciclopaseos (zu deutsch: Fahrradweg). Mittlerweile misst die Strecke, auf der jeden zweiten Sonntag 1000e von Quiteños ihre Stadt durchradeln, 29 km. Sie wurde zum Jubiläum um drei Kilometer nach Norden verlängert und reicht nun bis zum Sektor Parque de los Recuerdos im Norden.

Unzählige von Geschäften haben sich in der Zwischenzeit auf die große Nachfrage nach Serviceleistungen eingestellt: Schaufenster mit Fahrrädern, Zubehör und Werkzeug zum Ausleihen säumen den Ciclopaseo. Und wem während der Fahrt die Luft ausgeht, der kann sich in vielen Geschäften für nur 20 Cent den Reifen aufpumpen lassen – so zum Beispiel bei Danilo Reyes, der sein Geschäft in der Nähe des Parkes El Ejido in der Calle Tarqui hat. Eine Komplettdurchsicht des Fahrrades ist hier schon ab fünf Dollar zu haben.
Reisenden, die auch einmal an dem Spektakel teilnehmen möchten, sei das Geschäft von José Ragonés empfohlen, der gegenüber des Parque Carolina Fahrräder stunden- oder tageweise vermietet.

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Internationale Tourismusmesse BITE in Cuenca lässt gute Resultate erhoffen

Vom 19. bis 21. April fand in Cuenca die „Bolsa Internacional de Turismo del Ecuador“ (kurz BITE) statt – wir berichteten bereits in unseren wöchentlichen News. Obwohl der offizielle Abschlussbericht mit den Resultaten über die Veranstaltung erst in zwei Monaten vorliegen wird, lassen sich jetzt schon viele positive Rückschlüsse ziehen: besonders herauszuheben sind die Erfolge bei Verhandlungen über eine Zusammenarbeit von Ecuador mit seinen Andennachbarn Bolivien und Peru, um sich mit kombinierten Reiserouten auf dem internationalen Markt zu präsentieren. Des weiteren ließ die zunehmende Präsenz von Anbietern im Bereich Agrotourismus darauf schließen, dass auch in Ecuador große Zukunftserwartungen an die Kombination von Tourismus und Agrarwirtschaft gesetzt werden.

Was den europäischen Markt betrifft, so konnten vor allem spanische Reiseveranstalter von der BITE profitieren: Hier wurden große Fortschritte bei der Vermarktung der Destination Ecuador auf den spanischen Reise-Internetportalen erzielt. Dies soll vor allem dem Ziel dienlich sein, mehr spanische Besucher ins Land zu bekommen.

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 Unsere Partner

Sprachschule Bipo y Toni´s – reisend Spanisch lernen

Im Februar-Newsletter haben wir Ihnen unseren neuen Partner in Quito, Bipo y Toni´s, vorgestellt. In einem neuen Programm kombiniert die traditionelle Sprachschule nun Sprachkurs mit Entdeckungsreise in Ecuador: Zwei Wochen Quito mit Exkursionen ins Hochland, eine Woche Regenwald-Aufenthalt sowie eine weitere Woche an der Küste – lernen Sie Sprache und Kultur in ständiger Begleitung Ihres Lehrers aktiv kennen. Natürlich bietet Ihnen unser Partner auch individuelle Sprachreiserouten, die ganz nach Ihren Wünschen zusammengestellt werden - sowohl für Einzelpersonen als auch für ganze Gruppen.

Wenn Sie an dieser etwas anderen Form des Spanischunterrichtes interessiert sind, dann lesen Sie hier mehr oder schreiben Sie uns für weitere Informationen.

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Der Chefkoch des Hilton Colón Guayaquil bei der WM in Deutschland

Hotel Hilton Colón GuayaquilZum Team der Tricolor (der ecuadorianischen Nationalmannschaft) während der WM in Deutschland gehört auch Manfred Krauth, Chefkoch des Fünf-Sterne-Luxushotels Hilton Colón Guayaquil – zwar nicht als Spieler, aber doch aktiv an der Zubereitung und Auswahl der Spezialkost der ecuadorianischen Spieler beteiligt. Diese wird unter anderem aus Reis mit Linsen, Patacones (frittierte Kochbananenscheiben) und gebratenem Fleisch bestehen.

Chef Krauth, der deutscher Staatsbürger ist, gehört seit 1996 zum Team des Hilton Colón Guayaquil und trägt seitdem mit seinen Ideen zum Gelingen von gastronomischen Festen wie dem Oktoberfest, das jedes Jahr im Hilton Colón Guayaquil stattfindet, sowie dem Festival Argentino und dem Festival Mexicano bei. Aufgrund seiner Erfahrung wird er auch am Festival der ecuadorianischen Küche teilnehmen, das am Anfang der WM in Deutschland stattfinden wird, und bei dem unter anderem traditionelle Gerichte aus Guayaquil, Quito und Cuenca zubereitet werden.

Auch Sie haben die Möglichkeit, in den verschiedenen Restaurants des Hotels Hilton Colón Guayaquil die köstlichen Gerichte vom Chef zu probieren. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte uns oder die Abteilung Essen & Trinken unter der Nummer ++593 (0)4 2689000.

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 Regionen

HOCHLAND: Baños – quirliges Treiben neben dem rauchenden Krater

In unserer letzten Ausgabe berichteten wir über die Eruptionen des Tungurahua, die nach wie vor anhalten. Der aktivste Vulkan Ecuadors spuckt dabei tonnenweise Asche in den Himmel. Neben den Unannehmlichkeiten, die solch ein Ausbruch für die Bewohner der Gegend mit sich bringt, ist der Vulkan aber gleichzeitig auch ein wichtiger strategischer Partner des Ortes Baños.

1999 wurde die Alarmstufe Orange über den Marienwallfahrtsort Baños verhängt. Hohe Rauchschwaden, Ascheregen und glühende Lava schienen einen ernsthaften Ausbruch anzudeuten, weswegen am 17. Oktober 1999 eine komplette Evakuierung erfolgte. Nachdem größere Eruptionen ausblieben, kehrten die Bewohner im Januar 2000 gegen den Willen der Behörden in ihre Stadt zurück. Seit dem kann Baños dank des zunehmenden Tourismus ein enormes Wirtschaftswachstum verzeichnen.

Somit markiert der Beginn der jüngsten aktiven Phase des Vulkans im Jahr 1999 gleichzeitig den Zeitpunkt eines Neubeginns für die Stadt. War Baños davor eher ein touristisch-religiöser Anziehungspunkt für einheimische Touristen und für ausländische Reisende hauptsächlich einer Vulkanbesteigung wegen interessant, so änderte sich dies in den letzten Jahren. Nach einem kurzzeitigen Ausbleiben des Touristenstroms hat die Stadt sich mittlerweile nicht nur erholt, sondern sich auch beständig weiterentwickelt und ist zu einem der beliebtesten Ziele Ecuadors geworden. Und dies nicht zuletzt, weil die Bewohner nicht gewillt waren, ihre Geschäfte vollständig aufzugeben und die Stadt aussterben zu lassen.

Dass das Wachstum auf den Tourismus zurückzuführen ist, ist offensichtlich: Restaurants, Bars, Internetcafés, Kunsthandwerksläden, Reisebüros und Geschäfte, die typische Produkte aus Zuckerrohr verkaufen, reihen sich aneinander. Im Schnitt kommen wöchentlich zwei weitere Geschäfte für Touristen hinzu. Die Präsidentin der Tourismuskammer Martha Reyes bringt das Erfolgsgeheimnis der Stadt folgendermaßen auf den Punkt: Baños hat es geschafft, sich nach dem Warnsignal von 1999 wieder zu erheben und die Nähe zum brodelnden Vulkan auszunutzen. Nächtliche Vulkanbeobachtungen, Trekkingtouren entlang der Wasserfälle, Extremsportarten und Wellnesstourismus (die Stadt macht somit ihrem vollständigen Namen Baños de Agua Santa, was zu deutsch so viel wie „Bäder des heiligen Wassers“ bedeutet, alle Ehre) bringen Touristen und damit Devisen in den Ort: Die jährlich 1,5 Millionen nationaler und internationaler Besucher geben pro Person schätzungsweise täglich 30 USD aus und garantieren somit, dass sich die touristische Infrastruktur auch weiterhin entwickeln kann.

Wenn Sie Lust bekommen haben, sich das bunte Treiben unter dem Vulkan anzusehen, in den heißen Quellen zu entspannen oder die Wasserfälle zu besuchen, dann helfen wir Ihnen gerne weiter. Mit unserem Partner Hosteria Isla de Baños bieten wir Ihnen einen perfekten Ausgangspunkt für solche Unternehmungen.

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REGENWALD: Die „Ayahuasca“ – ein mythisches Ritual der Shuar-Indianer

Mit Hilfe des halluzinogenen Getränkes „Ayahuasca“ begeben sich die Iwishin – so werden die Schamanen und Krieger des Stammes Shuar im Oriente genannt – auf eine Seelenreise, in welcher sie in die Zukunft sehen können, Heilungen durchführen oder ihrer Bestimmung auf den Grund gehen. Der geheimnisvolle Trank wird aus einer Schlingpflanze gewonnen, die ausschließlich im Amazonas wächst.

Die Zubereitung ist ein uraltes Ritual und nur den Männern der Shuar-Indianer vorbehalten: Nach dreitägigem Fasten begibt sich der Iwishin mit der Pflanze im Gepäck tief in den Urwald, bis er am Fuße eines Wasserfalls anlangt. An dieser Stelle trifft er den Gott Arutam, welcher ihm schon zuvor in seinen Träumen besondere Kräfte übertragen hatte. Er wird hier mit Fähigkeiten von Urwaldtieren, vor allem jenen des Tigers und der Schlange, ausgestattet. Für das Ritual trägt der Krieger ein spezielles Tuch in Form eines Rockes, große Halsketten gefertigt aus Vogelfedern, Knochen und Samen sowie eine Krone aus Tukan-Federn. Sein Gesicht ist mit mythischen Zeichen bemalt und er ist bewaffnet mit einem verzierten Holzspeer, an dem ein Schrumpfkopf hängt.

Am Fuße des Wasserfalls vereint mit Arutam, beginnt die eigentliche Zubereitung des halluzinogenen Trunks. Die Stücke der Ayahuasca-Pflanze werden gemahlen und in einen Tonbehälter mit kochendem Wasser gelegt. Andere Pflanzen werden dieser Mischung beigefügt, je nachdem, welchem konkreten Zweck das Getränk (beziehungsweise der Zustand des Schamanen) dann dienen soll. Nach 10 Stunden Kochzeit bleibt eine kaffeeartige Brühe zurück, durch dessen Einnahme der Iwishin einen rauschähnlichen Bewusstseinszustand erreicht, in welchem er Kontakt zu seinen Göttern aufnimmt. Ausschließlich die Iwishin sind in der Lage, dieses Ritual durchzuführen und somit die Ayahuasca richtig zuzubereiten.

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KÜSTE: Mantas grüne Lunge

Vogelgezwitscher erfüllt das drei Hektar große Gebiet tropischen Trockenwaldes (bosque seco tropical) in der städtischen Zone Mantas: das Gebiet südlich des Zentrums, in dem sich früher Plastikmüll, Bauschutt, Metallbehälter und andere Abfälle sammelten, beherbergt heute wieder Uhus, Eulen und Pelikane. Diese extreme Aufwertung des Gebietes zur einzigartigen grünen Lunge Mantas ist der Verdienst von 80 Familien aus dem Südwesten Mantas: unter dem Namen „Activos por la Vida“ („Aktiv für das Leben“) hat sich eine Gruppe zusammengefunden, deren Ziel es ist, das Gebiet zu reinigen und aufzuwirtschaften. Von der Leistung zeigte sich der Kantonsbürgermeister Jorge Zambrano so begeistert, dass er weitere Gelder für die vollständige Säuberung des Gebietes versprach.

Aber nicht nur die Reinigung, sondern auch das Anlegen von Fußwegen sind der Verdienst der Familien. Über solch einen neuen Trampelpfad gelangt man nun in das Gebiet. Nach fünf Minuten Fußmarsch ändert sich die Landschaft, und Johannisbrotbäume, Chilca Costeña (eine Asternart) und Tomatillo (eine Physalisfrucht) formen einen grünen Tunnel über dem Pfad. Dies ist den reichen Regenfällen zwischen Januar und März zu verdanken, die bewirkten, dass die Zweige der Bäume so hoch hinauswuchsen. Diese Vegetation streckt sich hinunter bis zu einem Stauwasser, das einst ein Zugang zum Meer war.

Besonders enthusiastisch über die Erhaltung des Gebietes sind die Kinder. Den 11-jährigen Alejandro begeistert, dass er so wenige Schritte von seiner Haustür ein Gebiet vorfindet, das eine ähnliche Vegetation wie Galápagos aufweist. „Einen dreißigjährigen Kaktus zu sehen, ist phänomenal“, begeistert sich der Junge, der zu einer Gruppe dreißig Kindern gehört, die die Patenschaft über das gerettete Gebiet übernommen hat. Aber nicht nur die Pflanzen beeindrucken, sondern auch eine kleine Ausgrabungsstätte mit archäologischen Relikten, die von einer frühen Siedlung Mantas stammen könnten.

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 Reisenotizen

Über den Bäumen – Canopy Tour (von Anette Müller, Karlsruhe/Deutschland)

Als wir uns nach mehreren verregneten Wochen in Quito bei strahlendem Frühlingswetter auf den Weg nach Sangolqui, einer kleinen Vorstadt im Süden machen, weiß ich noch nicht so recht, auf was ich mich da einlasse: Eine Canopy-Tour, man soll dabei die Bäume von oben beobachten. Nun gut, ich genieße erst einmal die Fahrt durch die Stadt mit den vielen Hügeln, die bei Sonnenschein noch beindruckender ist. Die Fahrt nach Sangolqui dauert nur 45 Minuten, aber die Landschaft wird immer grüner, und schließlich erreichen wir das Städtchen, in dem an jeder Ecke Meerschweinchen, die typische Delikatesse des Hochlandes, auf dem Grill liegen. Dort steigen wir in eine Camioneta um, die uns zum Ausgangspunkt der Canopy-Tour bringt. Unterwegs beschließe ich, dass sich der Weg aus der Stadt heraus allein für diese Fahrt gelohnt hat: Das Hochland ist zu dieser Jahreszeit saftig grün, wir fahren an kleinen Siedlungen vorbei, wo die Bauern Mittagspause halten und überholen immer wieder Indígenas, die zu Fuß oder zu Pferd unterwegs sind. Dazu zeigen sich Berge wie der Pasochoa und der Rumiñahui, die sich sonst gerne bedeckt halten, von ihrer besten Seite.

Wir durchfahren die Hacienda Santa Rita, eine von den drei Haciendas, die das Gebiet Tierra del Volcan zu Füßen des Cotopaxi bilden. Kurz danach erreichen wir zwei hübsche neue Holzhütten mit Grasdach. Hier beginnt die Canopy-Tour: Wir werden von drei lokalen Guides in Empfang genommen und mit Klettergurten, Karabinern, Seilen, Helmen und dicken Lederhandschuhen ausgestattet. Und los geht ein halbstündiger Marsch, der uns eine kleine Schlucht hinauf führt. Die Landschaft wechselt immer wieder zwischen zwei verschiedenen Typen: Dem andinen Hochwald, den wir Mitteleuropäer durch seine Dichte, die großblättrigen Bäume und Bambuspflanzen sofort mit dem Begriff Urwald assoziieren, und dem Paramo: Der typischen Vulkanausläuferlandschaft, die mit Farnen, Gestrüpp und Gräsern (unter anderem das typische paja toquilla, aus dem die Panamahüte hergestellt und mit denen auch die Häuser bedeckt werden) bewachsen ist und in der auch aus Europa bekannte Gewächse wie Heidelbeeren zu finden sind. Man erklärt uns die verschiedenen Pflanzen und wie die Wasserfälle entstanden sind – das verfestigte Gestein früherer Vulkaneruptionen funktioniert wie ein Schwamm, der Wasser aufnimmt und wieder abfließen lässt. Natürlich kennen unsere Guides auch die Namen der umliegenden Berge - und wie auf Kommando erscheint, als wir den höchsten Punkt der Schlucht erreicht haben, auch die schneebedeckte Spitze des Cotopaxi aus der Wolkendecke. Die Einheimischen schmunzeln über die Anziehungskraft, die der 5897 Meter hohe, und damit höchste aktive Vulkan Ecuadors und der Welt, wohl auf fast alle Touristen ausübt. Dies liegt sicherlich an seiner einmaligen Zuckerhutform, nicht zuletzt jedoch auch daran, dass er sich gerne rar macht – selbst bei gutem Wetter versteckt er sich oft hinter einem Wolkenvorhang. Über all diesen Eindrücken und interessanten Ausführungen habe ich fast vergessen, dass ich in wenigen Minuten an Drahtseilen in 30 Metern Höhe über die eben durchwanderte Schlucht sausen soll.

Bevor es los geht, erfahren wir noch, dass Canopy der englische Begriff für Baumwipfel ist und in Costa Rica zur wissenschaftlichen Beobachtung der Vegetation erfunden wurde. Für uns beginnt nun der eigentliche Adventure-Sport - und um jegliche Zweifel an der Sicherheit dieses Vergnügens aus dem Weg zu nehmen, bekommen wir eine detaillierte Anleitung, wie wir uns zu verhalten haben. Die Guides machen uns vor, wie wir mit zwei Seilen, die an unseren Gurten befestigt sind, am Drahtseil festgemacht werden und dann in Sitzposition davon sausen werden. Witzigerweise haben sie die Seile mit den Namen "No te asustes" ("Erschreck Dich nicht!") und "Anima te!" ("Trau Dich!") benannt. Stolz berichten sie auch, dass man an das Drahtseil auch ohne Gefahr die Camioneta, die uns hergebracht hat, hängen könnte. Ich bekomme trotzdem kurz Muffesausen, will mir aber keine Blöße geben und bin ja auch neugierig. Ich lasse mich also festmachen und traue mich. Ich fliege über die Schlucht, und es geht so schnell, dass ich zunächst vergesse, die Vegetation zu beobachten. Also greife ich, getreu der Anleitung, mit dem Lederhandschuh fest an das Seil über mir, um zu bremsen. Alles funktioniert bestens, mein Tempo verlangsamt sich und ich habe Zeit, nach unten zu blicken – der Fluss, den wir zuvor überquert haben und die Baumwipfel liegen unter mir. Bei den vier weiteren Seilen fühlen wir uns immer sicherer, so dass wir zum Schluss gezeigt bekommen, wie wir ohne Hände oder auch kopfüber über die Schlucht sausen können...ein Heidenspaß, die anfänglichen Bedenken sind längst weg und das ganze Vergnügen viel zu schnell vorbei!

Unser Ausflug endet mit der Fahrt zur Hacienda El Porvenir und erwartet uns noch mit einem besondern Bonbon: Der „Coto“ zeigt sich in seiner vollen Größe im Abendlicht. Somit endet ein erlebnisreicher Tag zu Füßen des berühmten Vulkanes und über den Baumwipfeln.

Haben Sie Lust bekommen, sich anseilen zu lassen und über die Baumkronen zu sausen? Dann schreiben Sie uns, wir helfen Ihnen bei der Organisation Ihrer Canopy-Tour!

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 Wussten Sie, ...

…dass die Farben der Cucuruchos je nach Land und Region unterschiedlich sind?

... dass sich 1986 eine US-Firma die für die Herstellung von Ayahuasca benötigte Lianenart „Banisteriopsis caapi“ patentieren ließ?

... dass der Name Tungurahua vermutlich aus den beiden Quechua-Wörtern tunguri=Schlund und rahua=brennen, feuerspeien zusammengesetzt ist?

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 Wir über uns...

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ist der touristische Informationsdienst rund um Reisen nach Ecuador, der von zahlreichen touristischen Unternehmen unterstützt und finanziert wird. Unsere Arbeit dient sowohl den Produkten, wie auch dem Land selbst.

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Mit herzlichen Grüßen aus Quito,

Ihre Bina Kreykenbohm
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